Helden des Laufsports - Die Interviewserie
Helden des Laufsports

     

"Nachgefragt - Helden des Laufsports im Interview"

Hier findet ihr Interviews mit Menschen die eine gemeinsame Leidenschaft haben, nämlich das Laufen. Zeiten spielen hier keine Rolle, es geht um die Person und die Geschichte dahinter. Vom Genussläufer bis zum WM-Teilnehmer, hier werdet ihr von jedem etwas finden.

Gibt es bezüglich Interviewpartner Vorschläge von eurer Seite, dann einfach eine Mail an fm2011@gmx.net. Ebenfalls könnt ihr über Facebook Kontakt aufnehmen. Einfach "Helden des Laufsports" suchen.

 

Teil 15: Peter Laznicka (KW 41/2018):

Peter Laznicka ist Läufer bei der LG Wien. Mit über 60 Jahren ist Peter noch unglaublich fit und läuft den Marathon noch immer unter drei Stunden.


Helden des Laufsports: Hallo Peter! Du bist 2018 die 10- Kilometer-Distanz in 37:37 Minuten und die 5-Kilometer-Distanz in 18:32 Minuten gelaufen. Da du 63(!) Jahre alt bist sind das sensationelle Zeiten. Warum bist du in diesem Alter noch so unglaublich fit?

Peter: Ich denke nach wie vor sehr leistungsorientiert und bin, was den Trainingsaufwand betrifft, schon sehr konsequent. Das funktioniert natürlich nur dann, wenn man das auch gerne und mit Leidenschaft macht und – mal mehr, mal weniger – Spaß am Training hat.

Hdl: 14 deiner letzten 15 Marathons bist du alle unter drei Stunden gelaufen. Wo warst du da am Start und welche Bestzeit hast du stehen?

Peter: Ich bin läuferisch viel in anderen Ländern unterwegs, sehr häufig auch in den USA. Mittlerweile bin ich auch „Six Star Finisher“ mit einer Ø-Zeit knapp unter 2:55, das fühlt sich schon sehr lässig an. Meine Bestzeit im Marathon bin ich 2011 mit 56 Jahren gelaufen (2:47:35), im Halbmarathon liegt meine Bestzeit bei 1:19:21, ebenfalls aus dem Jahre 2011. Wichtig ist mir aber, dass ich meinen Leistungslevel möglichst lange stabil halte und das gelingt mir nach wie vor ganz gut. Letztes Jahr bin ich in Chicago 2:53:47 gelaufen, also gar nicht so weit weg von meiner Bestzeit. 

Hdl: Dass du im Wettkampf deine Altersklasse NICHT gewinnst ist vermutlich eher selten. Wann war das zuletzt der Fall?

Peter: Die Antwort ist einfach: Ich bin zwar häufig unter den Top 3, gewinne aber weniger Rennen als man vielleicht annehmen möchte. Nach meinem Verständnis muss man ganz klar zwischen Leistung und Ergebnis unterscheiden. Für das Erstere bin ich ganz alleine verantwortlich und manchmal bin ich mit meiner Performance zufrieden, manchmal aber auch nicht. Davon losgelöst sind Ergebnisse zu bewerten. Wenn Laufkollegen schneller sind, bin ich nicht einmal ansatzweise enttäuscht (außer vielleicht von meiner eigene Leistung), sondern hoffentlich unter den Ersten die gratulieren. Es gibt in den „höheren“ Masterklassen eine zwar anzahlmäßig überschaubare, aber überaus motivierte Schar an sehr guten Läufern! Und es ist für mich eine Frage des Respekts, auch deren Leistungen anzuerkennen. Und ja, manchmal passen auch bei mir Leistung und Ergebnis so zusammen, dass man Rennen gewinnt. Darüber freue ich mich natürlich, das ist aber wie gesagt, nicht mein primäres Ziel.

Hdl: Wann hast du mit dem laufen begonnen und wie kam es dazu?

Peter: Ich habe erst mit knapp 40 Jahren mit dem Laufen begonnen. Das Hauptmotiv war, Zeit für mich selbst zu haben. Ich kann mich noch gut an das erste Mal erinnern, nach 2 Kilometern in der Hauptallee war Schluss mit lustig. Das hätte auch schon das Ende sein können, bei wir war es der Anfang. 

Hdl: Du wohnst in Wien. Wo trainierst du am liebsten?

Peter: Früher war es - wie erwähnt - die Hauptallee, heute ist der Park in Schönbrunn mein bevorzugtes Laufrevier.

Hdl: Wie sieht bei dir ein normaler Trainingstag neben dem Job aus und wieviel trainierst du in einer Woche?

Peter: Unter der Woche laufe ich am späteren Nachmittag oder am Abend. Am Wochenende hingegen kann es nicht früh genug losgehen, da bin ich spätestens um 7 Uhr auf der Strecke. Wenn ich mich auf einen Marathon vorbereite, trainiere ich im Durchschnitt (über 10 Wochen) 105 Kilometer in der Woche. Dieses Pensum ist meiner persönlichen Erfahrung nach schon notwendig, um einigermaßen sicher unter 3 Stunden laufen zu können.

Hdl: Was waren bisher deine sportlich größten Erfolge?

Peter: Ich habe schon einige Titel bei den Masters-Staatsmeisterschaften (5.000 Meter, Halbmarathon und Marathon) gewonnen und darf mich sogar – mangels starker Konkurrenz – Wiener Landesmeister im Marathon nennen. Und bei den großen Marathons gelang es mir bisher doch immer wieder, unter die Top 3 zu kommen.

Hdl: Was hast du, außer dem Sport, noch für Hobbys?

Peter: Ich bin auch abseits des Laufens gerne in der Natur. Und als Gegensatz dazu gehören Bücher, nochmals Bücher und viele Zeitschriften, alles was ich in die Hand bekomme, wird gelesen. Aber ich muss sie wirklich in die Hand nehmen können, mit E-Book-Readern etc. habe ich es nicht so.

Hdl: Wie schon erwähnt bist du 63 Jahre alt und läufst auf einem super Niveau. Was hast du noch für große läuferische Ziele?

Peter: Primär geht es mir darum, meinen aktuellen Leistungslevel so lange wie möglich zu halten. Im Herbst geht es wieder nach New York und auch für Boston im nächsten Jahr bin ich schon qualifiziert. Aber es gibt auch immer wieder neue Herausforderungen die mich reizen. Ganz aktuell sind es die „Age Groups World Championships“ die mich sehr motivieren, aber bei dieser Rennserie ist die Konkurrenz natürlich besonders stark!

Hdl: Die Menschen, vor allem die Jugendlichen von heute, bewegen sich viel zu wenig. Was sagst du denen warum Bewegung bzw. Sport wichtig ist?

Peter: Mein Ziel in Bezug auf „älter werden“ ist es, möglichst lange selbstbestimmt leben zu können, sowie beschwerdefrei und körperlich fit zu bleiben. Das ist keine Garantie für ein gesundes Leben, aber der Beitrag den ich selbst leisten kann.

Hdl: Danke für das Gespräch und weiterhin viel Gesundheit!

 

Teil 14: Maria Hörmandinger (KW 40/2018):

Maria Hörmandinger ist 47 Jahre und läuft für die LG Innviertel. Die Lehrerin aus Taiskirchen wurde vor kurzem zum dritten Mal oberösterreichische Landesmeisterin in ihrer Altersklasse.

 

Helden des Laufsports: Du bist Lehrerin, da hättest du ja grundsätzlich im Sommer mehr Zeit zum Trainieren. Nutzt du diese Zeit dafür, dass du zum Herbsthighlight mehr trainierst als im Frühjahr?

Maria: Der Laufumfang hängt von meinen Plänen für den Herbst ab. Heuer war im Frühjahr Salzburgmarathon und für Herbst Halbmarathontraining, da reduziere ich die langen Läufe auf etwa diese Distanz. Die Hitze heuer war für uns Läufer nicht optimal.

Hdl: Wie viel trainierst du in einer intensiven Trainingswoche und läufst du da nur oder betreibst du auch alternative Sportarten?

Maria: Maximal fünf Lauftrainings mit zirka 70 Kilometer. Ich folge keinem strengen Trainingsplan, um nicht die Lust aufs laufen gehen zu verlieren. Wenn es passt mache ich mit meinem Mann eine Radtour, im Winter gehe ich zur Kräftigungsgymnastik. Das Kraulschwimmen habe ich heuer erst gelernt. Schwimmen ist jetzt ein fixer Bestandteil jeder Woche.

Hdl: Mehrfache Landesmeisterin, Top-3-Platzierungen bei Staatsmeisterschaften und gute Bestzeiten bis zur Marathondistanz. Was war bisher dein größter Erfolg?

Maria: Wenn ich eine neue Bestzeit erreiche, so wie heuer auf der Halbmarathondistanz in Wels mit 1:35:19, bin ich natürlich happy! Ich werde ja auch nicht jünger. Am emotionalsten erlebe ich aber jedes Mal den Zieleinlauf bei einem Marathon, wenn die körperlichen und mentalen Strapazen in Entspannung übergehen.

Hdl: Du hast seit deiner Kindheit nur einen Arm und bist somit beim Laufen gehandicapt. In wie fern „bremst“ dich das?

Maria: Ja, bei einem Unfall am Bauernhof meiner Eltern wurde mir mein rechter Oberarm abgetrennt. Was das Laufen betrifft, bemühe ich mich, den Oberkörper möglichst stabil zu halten, um den Rumpf nicht zu stark zu drehen. Das erfordert vielleicht mehr Konzentration als bei anderen. Beschwerden habe ich sonst keine. Von anderen Läuferinnen und Läufern bekomme ich sehr viel Anerkennung für meine Laufsport, das motiviert mich sehr. Ich möchte durch meine Teilnahme an Sportveranstaltungen zeigen, dass man, auch wenn die Voraussetzungen nicht optimal sind, vieles erreichen kann.

Hdl: Welche großen Ziele hast du noch und auf welcher Distanz möchtest du noch unbedingt deine Bestzeiten verbessern?

Maria: Eine besondere Herausforderung ist für mich, wie gesagt, die Marathondistanz. Auf der langen Strecke kann man auch bei guter Vorbereitung Leistungseinbrüchen erleben. Meine BP von 3:27 von 2016 würde ich im Frühjahr in Linz gerne verbessern.

Hdl: Du wohnst im schönen Innviertel, genauer gesagt in Taiskirchen. Wo befindet sich hier deine Lieblingslaufstrecke?

Maria: Ich laufe ja von meiner Haustüre weg, da gibt es leider hauptsächlich asphaltierte Straßen. Eine beliebte Waldstrecke von 2,5 Kilometer-Länge ist in Taiskirchen, die laufe ich bei Hitze. Weil ich beim Laufen recht gut abschalten kann, achte ich oft gar nicht so sehr auf die Umgebung.

Hdl: Wann hast du mit dem Laufen begonnen und gab es einen besonderen Auslöser?

Maria: Ich habe erst mit Mitte Dreißig das Laufen für mich entdeckt, da waren unsere Kinder im Schulalter und ich konnte sie für eine kurze Zeitspanne allein lassen. Das hat mir sehr gutgetan!

Hdl: Wie gesagt du bist Lehrerin in der Mittelschule, zweifache Mutter und hast somit viel mit Kindern/Jugendlichen zu tun. Wie geht deiner Meinung nach unserm Nachwuchs mit dem Thema Bewegung um?

Maria: Kinder haben ja einen natürlichen Bewegungsdrang und den dürfen sie in unserer Schule, die den Schwerpunkt Bewegung hat, auch während des Unterrichts ausleben. Generell aber müssen wir es schaffen, die Kinder so lange wie möglich von Handys und Co fern zu halten, damit wäre schon viel gewonnen! Meine Jungs sind vom Kindergartenalter an im Fußballverein dabei. Da wird von vielen engagierten Leuten viel Zeit und Arbeit investiert, das finde ich einfach großartig.

Hdl: Du bist Vereinsmitglied der LG Innviertel. Trainierst du oft mit deinen Vereinskollegen oder trainierst du lieber alleine?

Maria: Bei unserem wöchentlichen Lauftreff gefällt mir der Austausch mit Gleichgesinnten, auch die gemeinsame Teilnahme bei Laufveranstaltungen ist ein großer Vorteil. Das gemeinsame Training scheitert bei mir häufig am Zeitmanagement, wäre also noch ausbaufähig.

Hdl: Wie viel Paar Laufschuhe hast du im Schrank und hast du eine Lieblingsmarke?

Maria: Ich liebe neue Laufschuhe! Im Moment trage ich drei verschiedene Modelle der Marke ON.

Hdl: Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg und Gesundheit!

 

Teil 13: Peter Herzog (KW 39/2018):

Peter Herzog ist 31 Jahre alt und Profiläufer. Dies ist er allerdings erst seit kurzem. 2014 noch 02:39h als Bestzeit im Marathon stehen, konnte er diese bis 2018 auf 02:15h verbessern. Peter erzählt uns im Interview von seinem eher ungewöhnlichen Weg zum Spitzenläufer.



Helden des Laufsports: Den klassischen Weg eines Läufers bis du ja nicht gegangen. Du hast ja bevor du dich dem Laufsport gewidmet hast Trial-Sport und Triathlon ausgeübt. Was war der ausschlaggebende Punkt der dich zum Läufer gemacht hat?

Peter: Ich habe immer schon gerne und viel Sport betrieben und das meistens mit vollem Einsatz. Neben der Arbeit ist Zielstrebigkeit auf hohem Niveau vom Zeitmanagement nicht so einfach, sprich als ich Triathlon gemacht habe. Darum habe ich zum Laufsport gewechselt. Laufen kannst du immer und überall und verschlingt auch nicht so viel Zeit. In 60-90 Minuten hast du beim laufen super viel gemacht.

Hdl: Es war wohl die richtige Entscheidung. 2014 bist du 02:39h, im Frühjahr 2016 02:30h und im Herbst 02:21h über die 42,195 Kilometer-Distanz gelaufen ehe du 2017 in Wien deine Bestzeit auf 02:17h raufschrauben konntest. Das Ganze als Amateur! Wie hast du diese sensationelle Entwicklung erlebt?

Peter: Eigentlich wollte ich die Marathon-Schuhe an den Nagel hängen wenn ich mal 02:30 Stunden schaffe. Ich habe immer kleine Schritte nach vorne gemacht, im Training hart und gut gearbeitet, habe aber nie versucht mich mit der Brechstange zu verbessern - das geht meistens schief. So habe ich Schritt für Schritt meine Zeiten verbessern können.

Hdl: Dieses Jahr, also 2018, ging es weiter bergauf für dich. In Berlin bist du 02:15:29h gelaufen und bei den Europameisterschaften in Berlin konntest du, völlig überraschend, mit dem Team die Bronzemedaille holen. In der Einzelwertung reichte es für den tollen 10. Platz. Wie waren die Eindrücke bei deiner ersten Europameisterschaft?

Ich habe momentan so viele neue Eindrücke, Berlin war überwältigend. Ich habe im vornherein nicht genau gewusst was ich mit einem Meisterschafts Marathon (EM) anfangen soll. Wieder eine neue Situation, sprich taktisch ganz was anderes wie ein normaler Volksmarathon. Der 10. Platz im Einzel und die Team-Medaille sind natürlich unglaublich, es tut uns allen so gut und ich denke auch dass es dem Laufsport in Österreich extrem gut tut. Dieser Teamerfolg soll viele Hobbysportler motivieren.

Hdl: „Helden des Laufsports“ hat sich zum Ziel genommen eben diese Hobbysportler besser zu präsentieren. Du bist hier das Paradebeispiel was trotz Job alles möglich ist. Erst seit kurzem bist du Profiläufer. Was hast du bisher beruflich gemacht?

Peter: Ich habe eine Lehre als Installateur gemacht und als ich mit Triathlon begonnen habe, habe ich als Hausmeister gearbeitet hier konnte ich mir meine Arbeitsstunden ein wenig einteilen. Von 2012 bis August 2018 habe ich als Biathlontrainer im Schigymnasium Saalfelden gearbeitet.

Hdl: Mit 31 Jahren bist du quasi ein Späteinsteiger. Welche Ziele hast du noch im Spitzensport?

Peter: Mein Ziel ist es weiterhin nicht mit der Brechstange zu arbeiten. Ich muss fokussiert bleiben, dann kann ich mich bestimmt noch weiterentwickeln. Das große Ziel lautet natürlich Olympia 2020

Hdl: Trainierst du dich selber oder hast du einen Trainier?

Peter: Ich habe Peter Bründl als Trainer, der hat mir gezeigt was alles möglich ist. Wir arbeiten wirklich sehr gut zusammen.

Hdl: Wie sah bei dir als Berufstätiger eine normale Trainingswoche aus und wie sieht diese heute als Profi aus? Wie viele Stunden bzw. Kilometer trainierst du in einer Woche?

Peter: Da ich als Trainer in einer Schule gearbeitet habe, habe ich zu den Zeiten trainieren können wo die Kids in der Schule gesessen sind. Mein Training hat sich nach dem Stundenplan der Kids gerichtet. Meine Trainingszeiten waren also sehr unterschiedlich. Es hat aber schon mal sein können das ich schnell in der Mittagspause 30 Kilometer gelaufen bin. In einer Trainingsphase bewege ich mich zwischen 150-200 Kilometer pro Woche und ca. 6000 Kilometer im Jahr. Als Profi werden sich meine Kilometer von der Summe nicht wirklich ändern. Die Kilometer sollten jetzt als Profi aber mehr Qualität bekommen. 

Hdl: Gehen wir nochmal kurz zurück in deine sportliche Vergangenheit. Welche waren deine größten sportlichen Erfolge im Trial-Sport und im Triathlon?

Peter: Beim Bike Trial: 2 x österreichischer Meister, Jugend WM 3. Platz, Junioren WM 2 x Platz 6. Platz. Triathlon: Ich war beim Radfahren und Laufen wirklich gut (da konnte ich mit den schnellsten mithalten), beim Schwimmen aber so schlecht dass es bei größeren Bewerben dann nicht für das Podium gereicht hat. Meistens hatte ich nach dem Schwimmen schon ca. 10 Minuten Rückstand.

Hdl: Du kommst ja aus dem Pinzgau. Hast du dort eine Lieblingstrainingsstrecke und absolvierst du deine Trainingseinheiten alleine? Bei deinem Tempo kommen ja nicht mehr so viele hinterher.

Peter: Lieblingsstrecke direkt nicht, man hat aber schon Strecken die man bevorzugt. Mein Training absolviere ich zu 98% alleine. Mein Vater wird mich in Zukunft aber vermehrt mit dem Rad begleiten und unterstützen.

Hdl: Was macht ein Peter Herzog wenn er nicht gerade läuft? Welche Hobbys hast du?

Peter: Müde sein vom Laufen. wink Mit Dominik Landertinger mal a geile Radausfahrt machen. Ich gehe auch gerne oft mit meiner Freundin und mit meinen Freunden sehr gut essen. 

Hdl: Zum Abschluss noch eine Frage über eine sehr knifflige Entscheidung. Was sagst du einen Athleten der überlegt alles auf die Karte Profiläufer zu setzten?

Peter: Puhhh, ich habe wirklich viele Leute gefragt ob ich den Schritt zum Profiläufer gehen soll oder nicht. Jeder hat mir gesagt du musst den Schritt machen egal ob es am Ende mit Erfolg oder Misserfolg endet. Diese Erfahrung können nur wenige machen und kann dir auch keiner mehr nehmen. Ich würde dem Athleten, bei vorhandenem Potential, ähnliches sagen.

Hdl: Danke für dieses Gespräch und weiterhin viel Erfolg als Profi!

Peter: Vielen DANK

 

Teil 12: Josef Hartl (KW 38/2018):

Josef "Joe" Hartl kommt aus Mattighofen/Braunau und ist Mitglied beim TSV Mattighofen. Der 40-jährige hat sein Hobby zum Beruf gemacht und gibt jetzt seine Erfahrungen anderen Läufern weiter.



Helden des Laufsports: Du hast sensationell gute Bestzeiten. Unter anderem im Halbmarathon, da bist du im Jahr 2005 in Wels 01:12 Stunden gelaufen! Mit welcher Intensivität hast du dich darauf vorbereitet?

Josef: Damals habe ich mich mit sehr vielen und harten Tempodauerläufen eine sehr gute Wettkampfhärte und Laktatverträglichkeit erarbeitet! Intervalltrainings mit unterschiedlichen Distanzen sowie teilweise lange Schwellenläufe standen damals im Fokus! Das Training war immer eher auf 5000 und 10000 Meterläufe ausgerichtet, durch meine damalige Tempohärte gingen sich aber daraus auch (für mich) vernünftige Halbmarathons aus!

Hdl: Du hast 20 Jahre Lauferfahrung. Wie sieht dein aktuelles Trainingspensum aus und wie viele „ernsthafte“ Wettkämpfe machst du heute noch?

Josef: Heute ist das Lauftraining schon mehr Ausgleich für mich, obwohl ich hin und wieder auch wieder den Reiz eines Wettkampfes liebe und suche! In den nächsten Jahren möchte ich mich auch an Berg und Trailläufen probieren, so wie heuer bereits am Glockner Berglauf! Meine Lieblingsdistanz bleiben aber die 10 Kilometer, da will ich wieder ein Niveau haben um an die 35 Minuten zu kommen!

Hdl: Jeder Läufer hat früher oder später mal mit Verletzungssorgen zu kämpfen. Hattest du schon mal eine längere Verletzungspause und wie beugst du Verletzungen vor?

Josef: Durch mein teilweise zu intensives Lauftraining in jungen Jahren hatte ich immer wieder mit Achillessehnenentzündungen zu kämpfen, die mir auch häufig eine Zwangspause bescherten! Auch eine schlampige Lauftechnik, und das ignorieren von ersten Schmerzsignalen taten ihr Übriges! Ich konnte dann eigentlich mit Ende 20 nicht mehr die Umfänge trainieren die es gebraucht hätte! Jetzt baue ich zusätzlich zu meinem Lauftraining mehr Rumpf und Stabitraining ein, auch die BlackRoll und Stretching stehen an der Tagesordnung! Am wichtigsten ist aber auf die Alarmsignale des Körpers zu hören, dann lassen sich durch ein frühes behandeln oder einer kurzen Trainingspause viele Verletzungen vermeiden!

Hdl: Du bist seit 2014 selbständig, du hast quasi dein Hobby zum Beruf gemacht. Erzähle uns davon.

Josef: Durch meine Verletzungen in jungen Jahren habe ich irgendwann begonnen mich intensiv mit dem Thema Lauftechnik zu beschäftigen! Am Anfang für mich selber, später kamen aber dann schon die ersten Läufer die mich fragten ob ich ihnen auch helfen könnte! So entstanden dann die ersten Kurse, die ich nebenberuflich zu meinem Job im Sporthandel ausübte! Über die Jahre hat sich besserlaufen.at dann so gut entwickelt dass ich meinen Job im Handel aufgab und nur mehr für besserlaufen.at unterwegs bin! Das Angebot hat sich auch weiterentwickelt, von den Kursen zu Laufanlysen, Trainingsplanung und Leistungsdiagnostik!

Hdl: Hattest du Bedenken vor diesem Schritt und wie nehmen die Sportler dein Angebot an?

Josef: Bedenken hat man am Anfang natürlich schon! Interessiert das überhaupt wen? Hat das Zukunft? Geholfen hat mir natürlich dass ich am Anfang nur nebenberuflich unterwegs war, und die Kosten auch überschaubar waren! Durch meinen damaligen Job in der Laufsportabteilung eines Sportgeschäftes konnte ich meine Kurse auch gut und direkt bewerben. Bis jetzt ist der Zulauf ungebrochen, auch das Angebot der Firmentrainings wird gut angenommen! Ich kann mich derzeit sicher nicht beklagen!
Hdl: Welchen Gratistipp kannst du Neueinsteigern geben? wink

Josef: Kurze Schritte und ein ganz ruhiges Tempo veranschlagen! Kurze Schritte schonen die Gelenke und sind um einiges ökonomischer und kraftsparender als lange, und raumgreifende Schritte! Wenn dann auch noch auf eine aufrechte Körperhaltung mit leicht angespannter Bauchmuskulatur geachtet wird, dann ist man Lauftechnisch schon einmal auf einem guten Weg! Der häufigste Fehler ist dann aber das zu hohe Starttempo, das man dann versucht mit aller Gewalt so lange wie möglich durchzustehen! Besser wäre mal klein anzufangen, ruhig auch mit Gehpausen zwischen kurzen Laufbelastungen! Gehpausen sind auch kein Zeichen der Schwäche, sogar sportliche Läufer nützen solche Pausen! Sie nennen das dann einfach Intervalltraining! Mit der Zeit werden die Gehpausen dann von ganz alleine weniger! Und wenn sich die ersten Erfolge einstellen, macht das Training gleich noch mehr Spaß!

Hdl: Nochmal zurück zu deinen Bestzeiten (5.000m in 15:50 Minuten, 10.000m in 32:20 Minuten und HM in 1:12,20 Stunden). Greifst du diese Zeiten nochmal an?

Josef: Das wird sich wohl nicht mehr ausgehen wink! Einzig der Marathon wäre noch zu toppen, da ich bei meinem einzigen Marathon bisher fürchterlich eingegangen bin! Da ginge noch was.cheeky

Hdl: Trainierst du am liebsten in der Gruppe oder eher alleine?

Josef: Ich laufe schon sehr gerne in der Gruppe, vor allem die längeren Läufe machen dann mehr Spaß! Beim Tempotraining bin ich dann auch mal gerne allein, und konzentriere mich voll auf mich selbst!

Hdl: 20 Jahre Lauferfahrung. Welcher war dein schönster Laufmoment und welches war deine größte sportliche Niederlage?

Josef: Ein Rennen an das ich mich immer erinnern werde war meine 10000 Meter Bestzeit auf der Bahn bei den OÖ Landesmeistschaften in 32:20 Minuten! Auch von der Renneinteilung ein perfektes Rennen! Auch beim Wolfgangseelauf konnte ich einmal ein Rennen mit einer perfekten Renneinteilung durchziehen (Anm.01:43h)! Es macht dann einfach verdammt viel Spaß wenn man der ist der überholt, und nicht der ist der ständig überholt wird! Es gab natürlich auch verhaute Rennen, als große Niederlage würde ich aber keines bezeichnen!

Hdl: Welche Hobbys außer dem Sport hast du sonst noch?

Josef: Familie und unser Garten, aber der Sport nimmt schon sehr viel von meiner Freizeit ein.

Hdl: Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg im Sport und im Job!

 

Teil 11: Thorsten Knabel (KW 37/2018):

Torsten Knabel ist ein ehemaliger Fußballprofi der unter anderem für Pasching, Wacker Innsbruck und Grödig spielte. Heute lebt der gebürtige Oberösterreicher in St.Valentin/Niederösterreich und schnürt dort anstatt den Fußballschuhen die Laufschuhe.



Helden des Laufsports: Wenn man dir über Strava folgt stellt man fest dass dein Lieblingstempo zwischen 05:00min/km und 05:30min/km liegt. Ist das dein Wohlfühltempo?

Torsten: Ja das kann man als mein Wohlfühltempo beschreiben. Laufen ist für mich ein Hobby und Ausgleich zum Beruf. Es soll mir Spaß machen und nur ganz selten eine Wettkampf sein. Als ich nach meiner aktiven Fussballzeit mich dem Laufen begonnen habe, lag mein Pace bei 6:15 min/km, somit freue ich mich über die 5 - 5:30 Zeiten.smiley

Hdl: Hast du bei dir Zuhause in St.Valentin eine Lieblingsstrecke und wie lange sind deine Trainingsläufe?

Torsten: Lieblingsstrecke habe ich keine, gleich hinter der Haustür ist der Rohrberg. Hier kann man sehr schöne und viele verschiedene Routen laufen. In den meisten Fällen laufe ich am Rohrberg herum damit auch ein paar Höhenmeter zusammen kommen. Das bringt eine Abwechslung und man kann sich die Gegend ansehen.

Hdl: Hast du beim Laufen auch Ziele, wie Wettkämpfe, oder was bedeutet für dich dieser Sport?

Torsten: Wie oben schon geschrieben ist Laufen für mich ein Hobby. Ich mache es für mich und nur ganz selten nehme ich an Laufveranstaltungen teil. Bei den Veranstaltungen kommt manchmal der Profisportler in mir durch und ich erwische mich wie es dann doch ein Wettkampf wird. Was ich aber mache, ist mir eine Jahreslaufziel zu stecken. Das hilft mir, sollte ich meine Motivation kurzfristig nicht finden.smiley

Hdl: Marcel Witeczek, ehemaliger Profifußballer beim Bayern München, ist nach seiner aktiven Karriere einen Marathon unter drei Stunden gelaufen. Er meinte danach er habe als Fußballer nie so viel trainiert wie für diesen Marathon. Natürlich kann man die beiden Sportarten nicht vergleichen da die Trainingsinhalte andere sind, aber wie wichtig sind speziell in der Vorbereitung die Ausdauerläufe?

Thorsten: Hut ab vor Herrn Witeczek, die beiden Sportarten sind sehr verschieden und es kommt auch etwas auf deine Position am Spielfeld an. Für mich als Verteidiger war es immer wichtig auf den ersten Metern schnell zu sein, eine gewisse Sprintstärke zu haben. Lange Läufe über 50m oder mehr hatte man als Innenverteidiger nicht, außer beim Torjubel mit den Kollegen.smiley Die Basis für alles war aber natürlich eine gewisse Ausdauer. In den Vorbereitungen wurden dann gezielten Ausdauerläufe gemacht, um dann die Basis für die komplette Saison zu legen.

Hdl: Ich gehe davon aus dass man als Kicker in der Wintervorbereitung am meisten läuft. Wie sahen hier, in Bezug auf Tempo und Dauer, die Ausdauerläufe aus?

Torsten: Das stimmt, in der Wintervorbereitung standen die meisten Ausdauerläufe am Programm. Bzgl. Tempo und Ausdauer hat es stark variiert, auch war es von Trainer zu Trainer immer unterschiedlich. Von 30 - 60 min war alles dabei, nachdem man in Trainingsspielen oder gezielt Trainingseinheiten mit Ball die gleichen oder ähnliche Reize setzen kann, wurden die Tempoläufe oft in spielerischer Form gemacht.

Hdl: Trainer wie Felix Magath (auch Quälix genannt) werden immer seltener. Wer war der Trainer der dich am meisten zum Schwitzen gebracht hat?

Torsten: Da brauche ich nicht lange überlegen - Stanislaw Tschertschessow (aktuell Teamchef Russlands). So viele Muskelkater hatte ich bei keinem anderen Trainer.wink

Hdl: Wie sah ein normaler Trainingstag als Fußballprofi aus?

Torsten: Die Trainingstage variierten sehr stark, darum kann ich eher eine “normale” Trainingswoche skizzieren. Wenn Samstags ein Spiel war wurde fast immer am Sonntagvormittag trainiert. Montag war dann der freie Tag, Dienstag und Mittwoch wurde am Vormittag und Nachmittag trainiert. Donnerstag, stand meistens nur mehr ein Training am Programm und Freitag ebenfalls. Wenn am Samstag ein Auswärtsspiel war und die Anreise länger dauerte, ist man am Freitag schon im Bus gesessen und du hattest dein Training am Abend irgendwo in der Nähe des Hotels. Samstag Vormittag stand noch eine kurze Einheit am Programm, am Nachmittag/Abend dann das Spiel. Danach gings wieder von vorne los. Wenn Spiel den Wochenrhythmus durchbrachen, wurde dann auch wieder anders trainiert.

Hdl: Du hast 270 Spiele als Profi am Buckel. Was waren deine sportlich schönsten Erfolge?

Torsten: Da gab es ein paar. Die Aufstiege mit Pasching in die Bundesliga und mit Blau Weiss Linz in die 2. Liga (Erste Liga) waren sicher sehr emotionale Momente an die man gerne denkt. Aber auch unser Spiel mit Pasching auf Schalke war ein riesen Erlebnis. Als junger Spieler gegen Schalke zu spielen in einem Stadion in dem 60.000 Zuschauer sind, ist auch etwas das hängen bleibt.

Hdl: Was machst du heute beruflich und bist du noch in irgendeiner Weise mit dem Fußball verbunden?

Torsten: Mit Fussball habe ich aktuell nichts mehr zu tun, es geht mir gerade auch nicht ab. Beruflich hat es mich in den Vertrieb gezogen. Es war nicht einfach nach der aktiven Karriere wieder im “normalen” Berufsleben Fuß zu fassen. Wie in meinem Fall war ich 10 Jahre Fussballprofi, diese Berufserfahrung ist nur in sehr wenigen Jobs hilfreich. Mittlerweile bin ich über 8 Jahre im Vertrieb und es ist sehr spannend zu sehen wie viel man aus der Profikarriere mitnehmen kann ins Berufsleben.

Hdl: Bist du beim Laufen alleine unterwegs oder läufst du auch mal in einer Gruppe?

Torsten: Bin ein klassischer alleine Läufer, ganz selten laufe ich mit meiner Frau oder einer meiner Töchter. Mir ist es alleine lieber, da höre ich Musik oder Hörbücher und laufe mein Tempo.

Hdl: Was hast du, außer dem Sport, noch für Hobbys?

Torsten: Ich bin sehr gerne Zuhause bei meiner Familie. Neben meiner Familie, dem Beruf und meinem Laufen brauche ich kein zusätzliches Hobby. Es ist auch so genügend los.

Hdl: Danke für das Interview und weiterhin viel Spaß beim Laufen!

 

Teil 10: Jasmin Zweimüller (KW 36/2018):

Jasmin Zweimüller ist 24 Jahre jung und lebt in Ried im Innkreis. Die Physiotherapeutin ist mehrfache Landesmeisterin und österreichische Staatsmeisterin in der in der Altersklasse U23 und Mitglied bei der LAG Ried.

 

Helden des Laufsports: Du hast mit 60 Meter Sprints angefangen und läufst heute bis zum Halbmarathon alle Disziplinen. Hast du eine Lieblingsdisziplin?

Jasmin: Eine richtige Lieblingsdisziplin hab ich nicht wirklich, von 3000m Hindernis (im Frühjahr) über 5000m und 10.000m bis zum Halbmarathon lauf ich eigentlich alles gerne. Aber ich muss schon sagen, je länger desto lieber.

Hdl: Über 5.000 Meter hast du eine tolle Bestzeit von 18:53 Minuten. Für solche Zeiten muss man schon sehr viel trainieren. Wie viel Zeit investierst du dafür und hast du einen Trainer?

Jasmin: Ich trainiere ca. 10-12 Stunden in der Woche, je nachdem wie ich mit Arbeit eingedeckt bin. Und ja ich trainiere mit einem Trainer der zugleich auch mein Papa ist.

Hdl: Hast du aufgrund deines Berufes als Physiotherapeutin weniger Probleme mit Verletzungen? Du musst ja deinen Körper, berufsbedingt, sehr gut kennen.

Jasmin: Man stellt durch den Beruf wirklich vieles gegenüber, ob das Sinn macht und für was es gut ist, was aber nicht heißt das man Verletzungen vermeiden kann. Ich selbst bin Gott sei Dank nicht oft mit Verletzungen geplagt.

Hdl: Außer dem Training selbst, was ist deiner Meinung nach noch ein wichtiger Faktor für sportlichen Erfolg?

Jasmin: Essen, Tagesverfassung, Wetter und Mentalestärke.

Hdl: Was war dein schönster sportlicher Moment bzw. Erfolg?

Jasmin: Die gewonnene Silbermedaille bei den Hindernisstaatsmeisterschaften 2016

Hdl: Bei der LAG in Ried habt ihr ja, mit dem Leichtathletikstadion, optimale Trainingsbedingungen. Trainierst du lieber auf der Bahn oder auf der Straße bzw. auf Naturwegen?

Jasmin: Bei mir kommt es immer drauf an, auf was ich gerade hin trainiere. Im Frühjahr findet man mich eigentlich täglich auf der Laufbahn, ab Sommer bzw Herbst muss ich Kilometer sammeln für meinen Halbmarathon, da bin ich viel „draußen“ unterwegs. Lieber sind mir natürlich die Läufe in der Natur, da „Laufbahn-Training“ immer mit harten Tempoeinheiten zusammenhängt. smiley

Hdl: Machst du auch Alternativtraining und wenn ja wie oft?

Jasmin: Radfahren, Berggehen und Schwimmen/Aquajoggen zählen zu meinem Alternativtraining. Meistens ein bis zweimal in der Woche.

Hdl: Wieviel Paar Laufschuhe hast du zu Hause und bevorzugst du eine bestimmte Marke?

Jasmin: Puuh, das ist schwer zu sagen. Ich wechsle immer zwischen 3-5 Laufschuhen. Zwei Dauerlaufschuhe, für Intervalle leichtere Schuhe, Wettkampflaufschuhe und meine Spikes für die Bahn. Und nein ich bevorzuge keine Marke, ich wechsle auch die Marke mit jeden Schuh. wink

Hdl: Welche Ziele hast du für die Zukunft?

Jasmin: Kurzfristige Ziele sind mein Halbmarathon im Oktober (Graz) und der Wolfgangseerundlauf. Ziele für nächstes Jahr stellen wir nach Ende dieser Saison auf.

Hdl: Was hast du, außer dem Sport, noch für Hobbys?

Jasmin: Ich bin gerne in den Bergen unterwegs. Mit Freundinnen feiern gehen oder einen gemütlichen Fernsehabend machen, das mag ich gern.

Hdl: Danke für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg!

 

Teil 9: Karin Freitag (KW 35/2018):

Die Tirolerin Karin Freitag ist seit Jahren eine fixe Größe im österreichischen Laufsport. Etliche Staatsmeistertitel und Teilnahmen bei internationalen Meisterschaften sprechen für sich. Im Interview gibt uns die 38-jährige Krankenschwester einen Einblick in ihr Leben als Läuferin.



Helden des Laufsports: Mehrfache Staatsmeisterin im Marathon und Bergmarathon, die Liste deiner Erfolge ist sehr lange. Was war dein persönlich schönster Erfolg?

Karin: Meine schönsten Erfolge waren die Zieleinläufe bei den Marathon Staatsmeisterschaften und bei der 100 Kilometer Weltmeisterschaft in Spanien/Alcazeres mit dem 4.Platz und dem österreichischen 100 Kilometer Rekord. Weiters die Siege in der Wachau 2010, Graz Marathon 2015, Pisa Marathon 2015 und beim Lucca Marathon 2016.

Hdl: Vor kurzem konntest du dir, hinter Andrea Mayr, die Silbermedaille bei den österreichischen Staatsmeisterschaften im Berglauf sichern. Wie lautet dein Resümee von diesem Rennen?

Karin: zu diesem Zeitpunkt war ich noch nicht 100% in Form für den Berglauf, deshalb habe ich mich über Silber um so mehr gefreut und vor allem über die Qualifikation für die Berglauf WM in Andorra.

Hdl: Die großen Erfolge hast du auf den langen Distanzen. Sind dir die Anderen zu kurz?

Karin: Ich laufe auch sehr gerne kurze Distanzen als Training für die langen Distanzen, aber alles unter 3000 Meter funktioniert bei mir nicht mehr. Ich trainiere einfach nicht gezielt für kurze Distanzen. Für meine Lauftechnik, Körperbau eignen sich eher die langen Distanzen und außerdem ist die Ausdauer eher meine Stärke.

Hdl: Du bist Krankenschwester und lebst mit deiner Familie im schönen Tirol. Wie sieht bei dir ein normaler Trainingstag bzw. eine normale Trainingswoche aus?

Karin: Ich bereite die Kinder für die Schule vor, bringe sie in die Schule, mache mein Lauftraining, gehe in die Arbeit (von Mo - Fr) und am Abend treffen wir uns alle wieder zu Hause und haben noch ein Familienleben. Normalerweise trainiere ich nie zweimal am Tag, auch nicht am Wochenende. 

Hdl: Du bist eine der besten Läuferinnen Österreichs. Hast du einen Trainer und/oder befolgst du strikt die Angaben eines Trainingsplans? Auf diesem Niveau, auf dem du läufst, kann vermutlich jede Kleinigkeit über Sieg und Niederlage entscheiden.

Karin: Ich trainiere schon seit ca. 10 Jahren alleine mit Gefühl, zuerst gemeinsam mit meinem Mann, seit den Kindern mehr alleine und seit 2018 mit der Struktur von einem Plan von Willy Lilge um den Körper neue Reize zu geben. Ich habe schon verschiedenes ausprobiert, aber das generelle Ausdauertraining als Basis nie vernachlässigt, damit es nicht zu einem Einsturz kommt. Vieles ist planbar, aber nicht alles. Es gehören oft auch sehr viel Glück und intuitive Entscheidungen dazu und mir ist es schon wichtig bis zu einem gewissen Grad selbständig zu bleiben. 

Hdl: Wo läufst du am liebsten? Hast du eine Strecke die du besonders empfehlen kannst?

Karin: Ich habe eine Hauptrainingsstrecke die geht 10 Kilometer bergauf/ab, eine 16 Kilometer flache Strecke, eine 7 Kilometer Bergstraße und eine Regenerationslaufrunde auf einen Naturweg. Mein Training spielt sich auf diesen vier Strecken ab, obwohl eine Änderung sicher einmal gut tun würde, aber das Vertraute gibt mir Sicherheit und Kontrolle. 

Hdl: Eine großartige Karriere liegt schon hinter dir aber welche großen Ziele hast du noch für die Zukunft?

Karin: Mein Hauptziel ist der Marathon, mich zu verbessern oder zu erhalten, aber nebenbei auch regelmäßig Unterdistanzen ab 5000m mitzulaufen, ebenso im Sommer im Berglauf aktiv zu sein z. B bei einer Berglauf EM/WM. Die Ziele ergeben sich oft im Laufe der Zeit und Vielfältigkeit ist für mich sehr wichtig. 

Hdl: Seit 2016 hast du auch den österreichischen Damen-Rekord über 100 Kilometer inne. In Spanien bist du den 100er in 07:45 Stunden gelaufen. Sind für dich Ultradistanzen in Zukunft noch reizvoll?

Karin: Ultralauf ist sicher etwas Reizvolles, aber für mich kommt nur der 100km Straßenlauf-das exakt meßbare in Frage. Ultratrails interessieren mich nicht wirklich. Momentan will ich aber doch noch mehr beim Marathon bleiben, aber der Ausflug in die Welt der Ultraläufer war 2016 doch sehr interessant. 2020 möchte ich wieder bei der 100 Kilometer Weltmeisterschaft mitmachen. 

Hdl: Bist du eigentlich schon immer so sportlich oder gab es eine Zeit wo du nicht „viel“ in Bewegung warst?

Karin: Von Natur aus habe ich mich schon seit Kind auf immer bewegt, weil ich auf einen Berbauernhof aufgewachsen bin - Schulweg bergauf/ab und fast die ganze Freizeit immer in der Natur mit Bewegung verbracht, aber nie bewußt einen Sport betrieben. Am Land ist der Zugang zu Sportstätten wesentlich schwieriger. 

Hdl: Trainieren, arbeiten und Familienleben. Geht sich da noch ein anderes Hobby aus?

Karin: Ja, irgendwo muß man aber Abstriche machen und Prioritäten setzen. Ich bin kein Perfektionist und auch kein Karrieretyp. Familie und Sport stehen an erster Stelle und alle drei Dinge ergänzen sich optimal und ergeben ein ausgeglichenes Leben. 

Hdl: Wie wichtig ist dir, im Bezug auf den Laufsport, die Ernährung?

Karin: Ernährung wird oft überbewertet. Für mich reicht eine gesund Mischkost mit viel Salat und Gemüse. Nahrungsergänzungsmittel sind meiner Meinung nach überflüssig, wichtig ist nach harten Training eine gute Kohlenhydrat/Eiweißkombination zu essen. 

Hdl: Danke dass du dir Zeit genommen hast für dieses Gespräch!

 

Teil 8: Manuel Hötzeneder (KW 34/2018):

Manuel Hötzeneder ist 28 Jahre jung und Athlet beim CLR Sauwald. Manuel ist ein sehr ambitionierter Läufer der vor allem im Marathon noch große Ziele hat. Welche diese sind und wie er dafür trainiert erzählt uns der aus Wernstein/Schärding stammende Versicherungskaufmann hier im Interview.



Helden des Laufsports: Du hast eine sehr gute Bestzeit von 35:11 Minuten auf 10 Kilometer welche du im Jahr 2014 in Bad Füssing gelaufen bist. Wie sah deine Vorbereitung zu diesem Lauf aus?

Manuel: Grundsätzlich so wie bei jedem Wettkampf. Ich habe mit sehr viel Spaß trainiert und mich mit Grundlagen- und Tempotrainings anhand meines auf mich zusammengestellten Trainingsplans auf die 10.000 m vorbereitet.

Hdl: Hast du einen Trainer oder folgst du einem Trainingsplan?

Manuel: Vor 6 Jahren habe ich mit dem Laufsport angefangen. Mir war sehr bald bewusst, dass ich zur Erreichung meiner langfristigen Ziele auch eine nachhaltige Trainingsbetreuung brauchte. Ich führte mit einem  qualifizierten Trainer Laktattests durch und dieser stellte mir einen individuell auf mich zugeschnittenen Trainingsplan zusammen. Dadurch konnte ich in den letzten Jahren viele meiner Ziele erreichen und bin mit meiner persönlichen Performance äußerst zufrieden.  

Hdl: Wie sieht eine Trainingswoche aus, wenn du dich intensiv auf einen Wettkampf vorbereitest?

Manuel: Es kommt immer darauf an, auf welche Disziplin ich gerade hintrainiere. Die jeweiligen Einheiten sind abgestimmt auf Volksläufe bei uns in der Region, Halbmarathons, etc. Für mich ist das Entscheidende, dass mir das Laufen Spaß macht. Ich laufe daher viele Trainings im Grundlagenbereich und genieße dabei diesen schönen Sport. Natürlich will ich auch meine Wettkampfziele erreichen und führe daher wöchentlich ca. 1-2 Tempotrainingseinheiten durch.

Hdl: Jeder Läufer hat früher oder später mal mit Verletzungssorgen zu kämpfen. Hattest du schon mal eine längere Verletzungspause und wie beugst du Verletzungen vor?

Manuel: Es kommt immer darauf an, wie man mit einer Verletzung umgeht. Als ich im Jahr 2012 mit dem Ausdauersport begonnen habe, war ich sehr besorgt, wenn ich aufgrund einer Verletzung ein paar Tage nicht trainieren konnte. Direkt "längere Verletzungspausen" hatte ich Gott sei Dank noch nie! Mittlerweile ist es so, dass ich regelmäßig meine Physiotherapeutin aufsuche, welche mir mit ihren Behandlungen und Tipps hilft, Verletzungen zu vermeiden. Nach den Lauftrainings führe ich 15 - 30 Minütige Dehnungsübungen durch.


Hdl: Du bist bis jetzt zweimal bei einem Marathon angetreten und beide Male hast du deine Wunschzeit von unter drei Stunden deutlich verfehlt. Was war die Ursache und hast du vor, im Training etwas zu ändern?

Manuel: Ich habe mich zweimal intensiv auf den Marathon vorbereitet und habe meine persönlich gesteckten Ziele leider verfehlt. In Frankfurt und Linz hatte ich jedes Mal mit starken Krämpfen zu kämpfen, sodass kein Laufen mehr möglich war und ich das Ziel nur noch mit "Gehen" erreichen konnte. Ich gebe dennoch nicht auf und freue mich schon sehr auf meinen dritten Anlauf! Auf diesen werde ich mich jedoch ganz alleine und ohne bestimmte Zeit Vorgabe vorbereiten. Mein Motto lautet: Einfach durchlaufen um den Kopf frei zu bekommen!

Hdl: Wie sehen deine großen sportlichen Projekte für die Zukunft aus?

Manuel: Ich möchte so viele Menschen wie möglich begeistern, dass Bewegung etwas Gesundes und Gutes ist. Leider haben noch zu viele Leute diesen Sport mit "Schmerzen" assoziiert und hören genauso schnell wieder auf, wie sie begonnen haben. Mein Ziel ist es, dass die Menschen diesen Sport mit "Freude" verbinden und langfristig ihre Ziele erreichen wie z.B. Abnehmen, mit dem Rauchen aufhören oder an Laufveranstaltungen teilnehmen.

Hdl: Hast du einen Lieblingswettkampf im Laufkalender auf den du dich besonders freust?

Manuel: Mein Lieblingswettkampf ist natürlich der in meiner Heimatgemeinde Wernstein am Inn stattfindende Zweibrückenlauf. Auf die 13,4 km am grünen Inn entlang führende Strecke freue ich mich das ganze Jahr über, da die Laufstrecke samt Ambiente meiner Meinung nach zu den schönsten Volksläufen im Innviertel gehört.Mein Ziel ist es, irgendwann einmal als Gesamtsieger am Podest zu stehen. smiley

Hdl: Du bist Versicherungskaufmann. Gibt es Parallelen zwischen deinem Beruf und dem Laufsport?

Manuel: In der Tat. Der Vertrieb und der Laufsport haben vieles gemeinsam. Man benötigt bei beiden Aktivitäten Ausdauer, Energie und Willenskraft um möglichst erfolgreich seine Visionen und Ziele erreichen zu können. Ich übe meinen Beruf genauso wie den Laufsport positiv und mit viel Leidenschaft aus.

Hdl: In diesem Job ist man vermutlich auch abends viel unterwegs. Wann absolvierst du deine Trainingseinheiten?

Manuel: Mein Arbeitgeber investiert mit zahlreichen und regelmäßigen Sport- sowie Charity-Veranstaltungen weltweit in seine Mitarbeiter und beweist damit, dass ihm Bewegung, Gesundheit und das Wohl bedürftiger Menschen äußerst wichtig ist. Der Vorteil für mich besteht darin, dass ich frei entscheiden kann, zu welchem Tageszeitpunkt ich meine Trainings absolviere.

Hdl: Was hast du, außer dem Sport, noch für Hobbys?

Manuel: Ich fahre gerne mit meinem Rennrad, beschäftige mich auch in meiner Freizeit intensiv mit dem Vertrieb und der eigenen Persönlichkeitsentwicklung. Außerdem bin ich leidenschaftlicher Fußballfan der Union Schardenberg und des FC Bayern München. smiley
Ich verreise gerne und mir macht es Spaß, viele neue Orte und Menschen auf der Welt kennen zu lernen.

Hdl: Danke für das Gespräch und alles Gute für die weiteren Aufgaben!

 

Teil 7: Dominik Pacher und Alexander Radin (KW 33/2018):

Dominik Pacher ist ein karitativer Extremausdauersportler und sein Freund Alexander Radin ist einer der erfolgreichsten aktiven Athleten der Special Österreich. Alexander spricht über das besondere Treffen mit Arnold Schwarzenegger und über seinen Altag mit Trisomie 21. Was treibt die beiden an und was macht die Freundschaft zwischen dem 38-jährigen Alexander und dem 34-jährigen Dominik so besonders? Alles hier nachzulesen.



Helden des Laufsports: Im Jänner dieses Jahres seid ihr 24 Stunden bei „Burgenland-Extrem“ unterwegs gewesen. Erzählt uns davon.

Dominik & Alexander: Wir sind mit großer Ehre sportliche Botschafter unseres Sportland Kärnten & dort leistet wirklich jeder active Sportsfreund heldenhaftes. Diese Vorzeigesportveranstaltung ist in den letzten Jahren gewaltig gewachsen & auch das Organisationsteam ist mit großem Arrangement am Werk. Für uns ist es jährlich der Start in eine tolle Sportsaison & ein treffen nationaler- sowie internationaler Sportpersönlichkeiten.

Hdl: Ihr macht ja sehr viele Ultraläufe. Macht ihr die meistens gemeinsam?

Dominik & Alexander: Wenn wir wo für einen guten Zweck unterwegs sind, dann sind wir meist verbunden, außer Alex hat einen anderen Lauf, der im Zuge der Special Olympics Österreich stattfindet.

Hdl: Es sind ja schon schräge Sachen dabei, wie z. B. Rückwärtslaufen. Was war bisher euer verrücktestes Ding?

Dominik & Alexander: Es ist wirklich jedes Benefizsportevent eine besondere Erinnerung & keine Sportveranstaltung gleicht der anderen. Es ist immer schön zu sehen wie dankbar die Mitmenschen sind, für die Benefizsport betrieben wird. Für Alex sind bestimmt die großen Erfolge einmalig oder für mich das RACE ACROSS BURGENLAND, welches ich 2012 für einen guten Zweck gelaufen bin. Auch die Durchquerung unserer Sportregion Mölltal, zu Gunsten der kleinen Anna, war ein unvergessliches Erlebnis. Wo Alex die Olympiamedaille 2015 gewann waren wir mit Extremsportsfreund Andreas Gindlhumer gerade beim Benefizsportprojekt 667 Kilometer für Sportsfreund Vinko unterwegs, da konnten wir den Alpe-Adria-Trail vom Gletscher (Sportregion Mölltal) bis zum Meer (Muggia/Italien) für ihn bewältigten.

Hdl: Bei vielen eurer Wettkämpfe steht eigentlich immer der Charity-Gedanke im Vordergrund. Welchen Stellenwert haben solche Veranstaltungen für euch?

Dominik & Alexander: Ja, das ist uns sehr sehr wichtig & liegt uns immer am Herzen. Was gibt es schöneres, als mit dem eigenen Hobby, anderen Mitmenschen zu helfen denen es nicht so gut geht - der Charitygedanken an oberste Priorität.

Hdl: Alexander, du hast das Downsyndrom (Trisomie 21) und bist Gewinner der Bronzemedaille bei den Special Olympics Games 2015 in Los Angeles. Eine sensationelle Leistung! War dies bisher dein größter sportlicher Erfolg? In welcher Disziplin konntest du Bronze holen?

Alexander: Olympia ist das größte Ziel für einen Sportler & wenn man dort auch teilnehmen kann & eine Medaille holt ist der größte Sporttraum bestimmt in Erfüllung gegangen. Auch die Auszeichnung zum Sportler des Jahres (Rubrik Special Olympics) in Österreich sowie Sportler des Jahres in Kärnten (Rubrik Special Olympics) sind sportliche Meilensteine. Aber auch die nationalen Medailliengewinne bei den Special Olympics den nationalen Sommerspielen sind jedes Jahr ein tolles Erlebnis.

Hdl: Im Internet habe ich dazu ein tolles Bild gefunden. Ein Foto mit dir und einem gewissen Arnold Schwarzenegger, also dem Terminator. Erzähle uns von diesem Treffen.

Alexander: Sportsfreund Arnold hat uns in Los Angeles mit der gesamten österreichischen Olympiadelegation empfangen, er ist ein Vorbild, Held und großartiger Sportsfreund. Arnold sieht die Special Olympis auch gleichgestellt an, wie es wirklich sein soll.

Hdl: Wie sieht euer Altag abseits des Sports aus? Wo arbeitet ihr und welche anderen Hobbys habt ihr noch?

Alexander: Alexander arbeitet mit vollster Leidenschaft bei der Lebenshilfe in Spittal an der Drau. Die größte Freude macht ihm dort die Küchenarbeit gefolgt von diversen Basteltätigkeiten (Schmuck, Dekoration). Er hat dort auch eine eigene Wohnung, die er mit viel Liebe eingerichtet hat. Dort befindet sich auch sein eigens eingerichtetes Fitnessstudio. In einer wunderschönen Glasschrank sind dort unter anderem die Olympiamedaille sowie die Trophäe zum Sportler des Jahres verwahrt. Die Freizeit verbringt er, wie auch Dominik, gerne im Kreise seiner Familie. Das tanzen ist ebenfalls ein großes Hobby von Alex.

Dominik: Dominik arbeitet mit vollster Freude bereits weit über 10 Jahrzehnt beim Dorotheum in Villach als Kundenberater. Dort beratet er Kunden über Schmuck & Uhren. Seine Freizeit verbingt er, auch meist sportliche in der Natur, mit seiner Freundin Martina. Auch seine Familie ist ihm sehr wichtig, nicht nur deshalb begleitet ihn seiner Mutter Michaela sowie sein kleiner Bruder Christian stets bei seinen großen Benefizsportprojekten in ganz Österreich.

Hdl: Wie sieht euer Trainingsaltag aus?

Alexander: Mittlerweile trainiert Alex täglich. Fast jeden Tag in der Natur & bei Schlechtwetter hat er sich in seiner Wohnung bei der Lebenshilfe in Spittal/Drau sowie in seiner Heimat Kolbnitz in der Sportregion Mölltal ein eigenes Fitnessstudio eingerichtet. Mit Sandra & Erich hat er auch stetig zwei professionelle Trainer an seiner Seite wenn er nicht gerade alleine seine Laufrunde dreht. Im diesen Zuge möchten wir einen großen Dank an Sandra sowie Erich aussprechen!

Dominik: Genießt jede freie Minute in der Natur, egal bei welchem Wetter. Durch die laufenden Benefizsportprojekte ist man im Training einfach immer motiviert und zielstrebig - für mich persönlich habe ich das schönste Hobby der Welt & mit Alex den besten Freund an meiner Seite. Auch unser Sprichwort besagt das: "Kein Weg ist lang, mit einem Freund an der Seite!"

Hdl: Wie kam es zu eurer engen Freundschaft?

Dominik & Alexander: Wir besuchten schon vor 20 Jahren die gemeinsame Schule in Obervellach bei uns in der Sportregio Mölltal & einige Jahre später wurde ich gebeten mit Alex einmal laufen zu gehen. Ich nahm Alex aber gleich am Folgetag zu einer Laufsportveranstaltung mit und klärte vor Ort alle Sportfreunde auf das ich heute mit Alex an den Start gehen werde. Das das ganze einmal mit einer Teilnahme bei den Olympischen Spielen, einer Olympiamedaille, Auszeichnung zum Sportler des Jahres in Österreich in der Rubrik Special Olympics, Auszeichnung zum Sportler des Jahres in Kärnten in der Rubrik Special Olympics, mehrfacher Medialliengewinner der Special Olympics nationalen Sommerspiele enden wird dachte zu diesem Zeitpunkt niemand smiley

Hdl: Welche Projekte sind für die Zukunft geplant?

Dominik & Alexander: Wir haben das besondere Glück, jährlich 25- bis 30 Benefizsportprojekte aktiv zu tätigen, wo wir stets für den karitativen Zweck laufen oder am Spinningbike/Ergometer Sport betreiben für Mitmenschen, denen es nicht so gut geht wie uns...

Alexander bereitet sich laufend für die nationalen Sommerspiele der Special Olympics vor & hat das große sportliche Ziel wieder einmal zu den Olympischen Spielen fahren zu dürfen.

Nach der großartigen Erfahrung bei der Rückwärtslauf-Weltmeisterschaft 2018 im Sportland Italien mit der Bronzemadaille im 800m Lauf, die auch für einen karitativen Zweck stattfand, bereitet sich Dominik schon auf die Rückwärtslauf-Weltmeisterschaft 2020 im Sportland Frankreich vor, wo er den Halbmarathon für ein soziales Projekt laufen möchte.

Hdl: Danke für dieses interessante Interview. Ich wünsche euch beiden noch weiterhin viel Erfolg und alles Gute für die Zukunft!

 

Teil 6: Susanne Aumair (KW 32/2018):

Susanne Aumair ist 26 Jahre jung und ist Mitglied bei den Vereinen RC Grieskirchen, dem SV Wolfexpress und den ASICS Frontrunnern Austria. Die Grieskirchnerin legte läuferisch 2017 einen tollen Start hin, über den sie uns hier in diesem Interview erzählen wird.

Hdl: Hallo Susanne! Du bist erst 26 Jahre und im Februar dieses Jahres bereits 01:24h über die Halbmarathon-Distanz gelaufen. Erzähle uns von diesem Lauf und wo deine läuferische Reise noch hingehen soll?

Susanne: Hallo! Ja der Halbmarathon war echt super und die 1:24h haben mich selber überrascht. Vor allem der Schneefall am Start hat mich eigentlich eher demotiviert, aber ich hab das Tempo  super halten können und wurde am Schluss sogar immer schneller. Im Frühjahr 2019 möchte ich noch einen schnellen 10km-Wettkampf laufen, um auch hier meine Bestzeit 39:06min von 2017 noch runterzuschrauben. Vielleicht eh schon im Februar wieder in Bad Füssing, dort ist für mich ein gutes Pflaster für Bestzeiten.
 
Hdl: Du bist ja auch eine erfolgreiche Triathletin, in welcher der drei Disziplinen bist du am besten?
 
Susanne: Das ist eindeutig das Laufen - das mach ich auch schon am längsten und macht mir am meisten Spaß. Aber auch das Schwimmen wird langsam :-)
 
Hdl: Wie bist du zum Triathlon gekommen?

Susanne: Nachdem ich 2012 neben dem Laufen noch mit dem Radfahren (und da auch gleich mit Rennen) begonnen habe, haben mich ein paar Leute gefragt, ob ich denn auch mal einen Triathlon machen werde. Damals hatte ich aber gar keine Lust und Zeit, Schwimmen zu trainieren und vor allem das Kraulen überhaupt einmal zu lernen. Da wir aber dann doch im Sommer sehr gerne an Seen unterwegs sind und dort sehr viel im Wasser, kamen wir doch auf den Geschmack. So startete ich im Herbst 2015 mit meiner Mama und einer Freundin einen Kraul-Anfängerkurs in Wels. Ich war dann doch sehr ehrgeizig, besuchte dann auch noch Fortgeschrittenenkurse und absolvierte dann im Mai 2016 meinen ersten Sprinttriathlon in Traun.

Hdl: Wie wir auch schon im letzten Interview mit der Spitzenathletin Bernadette Schuster lesen konnten bist auch du mit einem „Sportfreak“ in einer Beziehung (Anmerkung: Andreas Silberbauer). Wie sieht euer gemeinsamer sportlicher Alltag aus?
 

Susanne: Andi ist ja nicht nur mein Freund, sondern auch mein Trainer. Wir schauen dann schon immer, dass wir so viele Aktivitäten wie möglich gemeinsam machen können. Vor allem lockere Radeinheiten oder Läufe gehen oft miteinander und ins Schwimmtraining fahren wir sowieso zusammen. Die Kerneinheiten (Intervalle,…) macht dann natürlich schon jeder für sich – er ist ja trotzdem um Häuser stärker!
 
Hdl: Trainierst du sonst auch in einer Gruppe und wenn ja wo liegen hier für dich die Vorteile?

Susanne: Ja, aber eher in kleineren Gruppen mit Freunden oder oft auch nur mit meiner Freundin Nici, durch das viele Tratschen vergehen die Ausfahrten viel schneller! Außerdem sind die Runden oft spannender in der Gruppe, da wer anderer oft wieder Strecken kennt, die man alleine nie oder nur selten fährt.

Hdl: Wie sieht bei dir eine intensive Trainingswoche aus? Wie viele Stunden investierst du da in Sport?
 
Susanne: Meistens zwischen 10-12h, in Spitzenzeiten auch 15h – aber nur dann wenn ganz viel Radfahren am Plan steht.

Hdl: Warst du als Kind viel in Bewegung und wann hat dich die Sportleidenschaft gepackt?
 
Susanne: Ja ich war schon immer ein aktives Kind, war so viel wie möglich draußen und hab mit meinen Nachbarn gespielt. Unsere Eltern sind auch sehr sportlich und die haben meinen Bruder und mich in den Bann gezogen - mit ca. 10 Jahren habe ich meinen ersten Kinderlauf absolviert. Mit den besten konnten wir trotzdem nicht mitmischen, deshalb hat diese Leidenschaft auch bald wieder nachgelassen. Erst mit 15 Jahren bin ich wieder in das Wettkampfgeschehen eingestiegen, dann hab ich auch mit meinem Papa schon Intervalle usw. trainiert und war dann auch gleich sehr erfolgreich.
 
Hdl: Was ist oder war dein persönliches Sporthighlight 2018? Was steht noch auf dem Programm?
 
Susanne: Puhh, zum einen der erste Triathlon heuer Anfang Mai in Obergrafendorf, wo ich mir trotz gut besetztem Starterfeld gleich den 2. Damengesamtrang holen konnte – das hat mich besonders gefreut gleich so einen guten Start in die Triathlonsaison 2018 zu legen. Mein Hauptziel heuer war vor ein paar Wochen die Mitteldistanz-Staatsmeisterschaft, die so richtig ins Wasser fiel und von Starkregen, Kälte und Nebel geprägt war – und das die gesamten 5 Stunden Renndauer. Bin aber trotz einem nicht sehr prächtigen Radsplit stolz, das noch so gut durchgezogen zu haben – da haben auch ganz viele aufgegeben. Was heuer noch auf dem Programm steht, steht noch in den Sternen, da mein Knie gerade ein bisschen „spinnt“. Sollte alles bald wieder gut funktionieren, ev. der Transalp Triathon in Vorarlberg, der sicher von der Gegend ein Wahnsinn ist.
 
Hdl: Verkaufsassistentin, Fitnesstrainerin und Kinderschwimmlehrerin! Hast du irgendwann mal vor beruflich alles auf Sport zu setzen oder wirst du deinen Job als Verkaufsassistentin treu bleiben?
 
Susanne: Mir taugt der Job im Büro nach wie vor sehr, das ist auch der Grund warum ich meine ganzen Trainerausbildungen usw.  nebenbei gemacht habe. Ich brauch einfach den täglichen Kontakt mit meinen Arbeitskolleginnen und genieße dort ein super Betriebsklima. Mittlerweile arbeite ich noch 25h im Büro und der Rest als Trainerin – ich mag diese Abwechslung!
 
Hdl: Was sind deine Hobbys neben dem „Sporteln“?
 
Susanne: Ich koche gerne, unternehme viel mit Freunden & Familie und liebe den Sommer, das Meer und die Seen!

Hdl: Danke für dieses Gespräch und weiterhin viel Erfolg!

Susanne: Danke!!

 

Teil 5 (KW 31/2018): Marc Dathan

Marc Dathan ist aus Fellbach bei Stuttgart und sieht jeden seiner Läufe als Erfolg. Anhand dieser Einstellung sieht man dass Marc sehr viel Spaß an seinem Hobby hat und es schätzt gesund zu sein!



Helden des Laufsports: Beim Halbmarathon im Bottwartal bist du mit 01:42h deine Bestzeit gelaufen. Wann war das und wie intensiv hast du dich dafür vorbereitet?

Marc: Das war im Herbst 2017. Meine Vorbereitung besteht mittlerweile in erster Linie aus regelmäßigen, für mich eher langsamen Läufen mit meiner Frau. Mit diesem Training kommen dann inoffiziellen Läufen ganz passable Zeiten bei raus. Manchmal, wenn mich dann mal der Hafer sticht, kann es sein, dass ich mir eine kurze Intervallrunde auf dem Laufband oder einen schnelleren Morgenlauf vor der Arbeit gönne. Das passiert aber ehrlich gesagt eher selten =)

Hdl: Wie oft in der Woche gehst du zum Lauftraining?

Marc: Ziel ist es, dreimal in der Woche mindestens 7 km pro Lauf zu absolvieren. Manchmal kommen wir auf fünf Läufe, manchmal aber auch nur auf zwei. Ich mache mir da einfach keinen großen Stress. 

Hdl: Du sagst dass jeder Lauf ein Erfolg ist. Gute Einstellung! Siehst du dich als Genussläufer oder Wettkampfläufer?

Marc: Ich bin eindeutig ein Genussläufer und laufe in erster Linie, weil es mir Spaß macht. Wenn dann in einem Wettkampf Bestzeiten fallen, umso besser! Deswegen laufe ich (abgesehen vom Stuttgart Lauf) auch eher auf kleinen Laufveranstaltungen mit.

Hdl: Du kommst aus Fellbach bei Stuttgart. Wo läufst du dort am liebsten? Beschreibe uns kurz deine Lieblingsrunde.

Marc: Da habe ich zwei. Wenn ich alleine unterwegs bin und Zeit habe, dann führt mich meine Lieblingsrunde durch Weinfelder Richtung Kernen im Remstal und zurück um Fellbach, das sind ungefähr 16 km mit knapp 90 Höhenmetern. Mit meiner Frau laufe ich am liebsten in die entgegengesetzte Richtung durch Kleingärten und Obstwiesen.

Hdl: Wann hast du mit dem Laufen begonnen? Wann hat dich sozusagen das Lauffieber gepackt?

Marc: Ganz genau kann ich es gar nicht sagen, nur dass es vor knapp 10 Jahren anfing. Irgendwie fingen alle um mich herum mit der Lauferei an und ich wollte zumindest mal mitreden können, übers Laufen gelesen habe ich in diversen Zeitschriften ja schon so einiges. Etwas intensiver wurde die Lauferei dann ab 2012 mit dem Umzug nach Fellbach, hier hatten wir nicht nur einen kleinen Park, sondern sind umgeben von vielen Feldern. Endgültig um mich geschehen war es dann im Sommer 2015, meine Freundin und ich suchten nach Orten für unsere Hochzeitsfeier. Sie entdeckte das Hinweisschild auf den Weinstraßen Marathon 2016 und meinte, dass ich doch mit Ihrem Bruder dran teilnehmen kann. Ein Marathon erschien mir zu lang und ich meinte, wenn es einen kürzeren Wettbewerb gibt und der Bruder mitmacht, dann ist das geritzt. Eigentlich ging ich davon aus, dass mindestens einer der Faktoren dagegen sprechen sollte, was aber nicht der Fall war. :) Ich habe noch heute die Anmeldemail in meinem Postfacharchiv…

Hdl: Welche sind deine Lieblingseinheiten? Welche Distanz bevorzugst du?

Marc: Eigentlich laufe ich fast nur nach Gefühl. Ab und zu mal eine Intervalleinheit auf dem Laufband oder an einem Anstieg, aber konstantes Laufen ist mit irgendwie lieber. Im Training sind mir Läufe zwischen 11 und 16 km am liebsten - da lohnt sich das Umziehen. Bei Wettkämpfen bevorzuge ich bisher die HM Distanz (kürze Läufe sind mir zu stressig).

Hdl: Was machst du in deiner Freizeit wenn du nicht gerade läufst?

Marc: Wenn ich nicht laufe, gehe ich regelmäßig ins Fitnessstudio - weniger weil ich es so toll finde in stickiger Luft auf freie Geräte zu warten, sondern wegen meines Rückens. Ansonsten lese und ich koche ich gerne, meine Urlaube verbringe ich am liebsten mit meiner Frau in den Bergen.

Hdl: Du bist Projektmanager. Ist Sport für dich Ausgleich vom Beruf oder mehr?

Marc: Laufen ist definitiv mehr als nur ein Sport für mich, ich nutze das Laufen, um bestimmte Dinge zu verarbeiten oder auch mal, um nach Lösungen abseits des Schreibtischs zu suchen. Ferner brachte es mich überhaupt auf die Idee mit meinem kleinen Laufblog und der darin enthaltenen #Grüßstatistik. Und natürlich, um die Kalorienbilanz ausgeglichen zu halten und mehr Platz für Süßigkeiten im Magen zu schaffen 😃 

Hdl: Mit 40 Jahren bist du im besten Laufalter. Was hat so ein junger Mann für läuferische Ziele? ;)

Marc: Danke für das Kompliment ;) Das nächste Ziel ist die Marathondistanz in diesem Herbst beim Bottwartal-Marathon, wenn ich diesen mit akzeptabler Vorbereitungszeit schaffe, dann lauert im Hinterkopf noch immer die Anmeldung zum Berlin Marathon (meine alte Heimat) oder ein Bergtrail in der HM Distanz.

Hdl: Hältst du dich an einen Trainingsplan und wenn nicht wo holst du dir Tipps für dein Training?

Marc: Anfangs hatte ich den HM Trainingsplan von Herbert Steffny befolgt - mittlerweile trainiere ich nach Gefühl und versuche den ein oder anderen Tipp des #twitterlauftreffs in die Läufe zu integrieren. 

Hdl: Danke für das Gespräch und weiterhin viel Spaß und Gesundheit!

Danke Dir!

 

Teil 4 (KW 29/2018): Bernadette Schuster

Adresse: Unterfischbach 1/8, 4151 Oepping
Gewicht: 54 kg
Größe: 1,74 m
Trainier: Heinz Planitzer
Verein: SK Vöest / Mitglied im ASICS Frontrunner Team Austria

Bernadette Schuster ist 37 und aus Opping/Oberösterreich. Die für den SK Vöest startende Tischlerin/Buchhalterin ist mehrfache Medaillengewinnerin bei Staatsmeisterschaften und hat dementsprechend tolle Bestzeiten.

Hdl: Hallo Bernadette, du hast eine sensationelle Zeit von 35:36 Minuten auf 10 Kilometer stehen und den Marathon läufst du in 02:57h was ist tatsächlich deine Lieblingsdistanz und warum?

Bernadette: Also meine Lieblingsdistanzen sind vorwiegend 5 – 10 km Läufe und Crossläufe. Ich mag es einfach, von Beginn an Vollgas zu geben und liebe den Speed. Zudem liegen mir diese Distanzen einfach am Besten und da kann ich mich immer noch steigern, dass reizt mich derzeit mehr. Auch Halbmarathons mag ich gerne. Die bis jetzt gelaufenen Marathons, habe ich nicht konkret länger gezielt trainiert, weil mein Fokus immer auf den kürzeren Distanzen (im Frühjahr Cross und 10 km Läufe) lagen und die Marathons wegen Meisterschaften oder einfach so mitgenommen habe, da ich, auch wenn ich kürzere Distanzen laufe, immer an die 90 bis 110 km pro Woche laufe und ein Marathon auch machbar ist. Wenn ich das nächste Mal gezielt einen Marathon laufe, möchte ich wirklich auf eine gute Zeit hinlaufen, und da muss dann der Marathon oberste Priorität haben. Was ich sicherlich noch in den nächsten Jahren dazukommen wird, ist der Trailrun.Ich liebe das Laufen im Gelände, in den Wäldern und v.a in unserem angrenzenden Böhmerwald, wo ich meist ca. 4 mal die Woche trainiere.

Hdl: Du warst 2017 bei der Crosslauf EM in Samorin/Slowakei dabei? Warst du dort zufrieden?

Bernadette: Also 2017 war meine absolut beste Saison bis jetzt. Ich habe mich in allen Distanzen verbessern können, obwohl ich schon über 20 Jahre im Wettkampf Geschehen dabei bin. Dass es die Chance gab, mich für die EM zu qualifizieren, haben ich leider sehr, sehr kurzfristig erfahren. Die Saison war leider schon sehr lang und intensiv, aber ich wollte unbedingt alles nochmal versuchen, da dabei sein zu können, weil es ein langer Traum war, es auch in meinem Alter nochmals zu schaffen, aus eigener Kraft bei einer Cross EM dabei sein zu können. Die Qualifikation lief noch recht gut, aber leider konnte ich bei der intensiven und fast 10km langen Crosslaufstrecke bei der EM nicht mehr das zeigen, was ich über die Saison gebracht habe. Zudem war es bitterkalt und ein extrem böiger Wind, das erschwerte das Ganze. Von der Leistung war ich zwar nicht zufrieden, aber extrem dankbar und glücklich, dass ich es bis dahin geschafft habe!!

Hdl: Wie können wir uns, im Alltag, einen normalen Trainingstag der Bernadette Schuster vorstellen?

Bernadette: Mein Tag fängt sehr früh an, um 4:15 ist Tagwache. Für einen guten Start in den Tag, ist ein gemeinsames Frühstück mit meinem Freund Hubert wichtig! Mein Arbeitsbeginn ist um 5.30. Ich arbeite in 2 Jobs: In meiner Hauptbeschäftigung als Tischlerin, in der Warenannahme und Lagerwirtschaft bei der Tischlerei Andexlinger, arbeite ich bis ca. 13.30 – 14 Uhr. Die Trainingskleidung bereits im Gepäck, absolviere ich danach gleich mein Training. Nach dem Training, investiere ich fast täglich ein bis zwei Stunden für meinen zweiten Job, in dem ich Büroarbeiten und Buchhaltung in der Montagetischlerei meines Bruders erledige. Danach kommt 2 - 3 mal die Woche der zweite Teil meines Trainings: Zirkel, Kraft, Stabi und Dehnen. Das habe ich seit letztem Jahr fix in mein Trainingsprogramm aufgenommen, um Disbalance der Muskulatur vorzubeugen.

Hdl: Ist Training für dich generell eine Sache was du alleine machst oder trainierst du auch in der Gruppe?

Bernadette: Ich trainiere meist mit meinem Freund Hubert, der selbst Läufer bzw. Ultraläufer ist! Wann immer unser Training zusammenpasst, trainieren wir gemeinsam. Vor allem die lockeren Läufe, machen wir immer gemeinsam in dem schönsten Laufgebiet und unserem zweiten Wohnzimmer, dem Böhmerwald!!

Hdl: Bei Läufer oft vernachlässigt wird das Lauf ABC und Krafttraining. Wie viel Zeit investierst du dafür und wie wichtig ist das wirklich?

Bernadette: Ich hatte es selbst leider jahrelang vernachlässigt, weil ich doch ein intensives Arbeitsleben habe und der Tag sehr oft zu kurz ist. Aber dadurch, dass ich jahrelang viele muskuläre Probleme und immer wieder mit Schmerzen zu kämpfen hatte, wurde mir klar, dass ich das ändern musste. Seitdem mache ich 2 – 3 mal wöchentlich Eigengewichtsübungen wie Stabi, Krafttraining, dehnen (Blackroll etc..) Ich versuche es so oft es geht, dafür eben nur ca. 45 – 60 min, aber schon das bringt positive Effekte.

Hdl: Was sind deine nächsten sportlichen Ziele?

Bernadette: Dieses Jahr begann eigentlich wie gewohnt, mit guten Crossläufen im Jänner. Irgendwie hatte ich jedoch körperlich einen starken Einbruch, mitunter war sicherlich auch ein familiärer Verlust, denn es zu verarbeiten galt, ein Mitgrund. Deshalb hatte ich meine Ziele etwas auf Eis gelegt, und versuchte wieder auf die Beine zu kommen. Im Mai ging es endlich wieder bergauf und ich setzte mir wieder gute Ziele. So bin ich jetzt wieder in einer sehr guten Form, sodass ich mich heuer wieder für kurze, schnelle Distanzen, mitunter auch 2 Bahnbewerbe, entschieden habe. Ende Mai holte ich mir, nach dem 10 km Landesmeistertitel auf der Straße, auch den Landesmeistertitel über 5000m Bahn und entschied mich, dass ich kommendes WE auch die Staatsmeisterschaften in dieser Disziplin machen werde. Im Herbst möchte ich auch einen guten HM laufen und bei den HM Staatsmeisterschaften meine PB verbessern.

Hdl: Kommt für dich in Zukunft auch Triathlon oder ähnliches in Frage oder bist du „nur“ eine Läuferin?

Bernadette: Derweilen bin ich noch eine reine Läuferin, aber ich möchte gerne auch bei Duathlons an den Start gehen, das ich schon seit längerem vorhabe! Derweilen habe ich läuferisch noch viele Ziele, die ich noch verwirklichen möchte. Aber in meinem Trainingsalltag, baue ich ein bis zweimal pro Woche Radeinheiten ein. Es macht mir super viel Spaß, v.a das Rennradeln ist einfach ein Traum in meinem angrenzenden Nachbarsland, Tschechien. Ein schier endloses Paradies fürs Laufen, Rennradeln und Biken, wo man aus dem Staunen nicht mehr herauskommt. Immer wieder dankbar, dass ich so viel Schönes vor meinen Füßen habe. smiley

Hdl: Wann hast du mit dem Laufen begonnen und ab wann hast du gemerkt, dass du richtig Talent dafür hast?

Bernadette: Seit ca. 20 Jahren ist das Laufen nun ein wichtiger Teil meines Lebens. Sportlich war ich aber schon von Kindesbeinen an, ständig in Bewegung und immer auf Trab. Mit meinen Brüdern spielte ich Fußball, Badminton, Volleyball etc…. Aber auch das Laufen war damals schon ein Teil meiner Freizeit. So bemerkte ich recht früh, dass mir neben Volleyball und Basketball vor allem das Laufen sehr gut lag. Zu den ersten Laufwettkämpfen kam ich durch meine Schwester, die auch Läuferin war. Seit ca. 15 Jahren stehe ich regelmäßig bei Laufbewerben am Start.

Hdl: Laufen oder allgemein Bewegung was bedeutet das generell für dich?

Bernadette: Das Laufen begleitet mich schon von meiner Kindheit an und ließ mich seitdem auch nicht mehr los. Ich bin ein Naturmensch mit einem großen Bewegungsdrang! Das Laufen verbindet alles: Es ist die Einheit zwischen Körper, Geist und Seele. Das ist etwas ganz Besonderes für mich, bedeutet mir sehr viel und hat einen großen Stellenwert in meinem Leben! Das Ausloten meiner Grenzen, das Erreichen meiner eigenen Ziele und das Schaffen von vermeintlich unmöglichem, gehört ebenso dazu und ist eine wichtige Zutat bei harten Trainings und Wettkämpfen. Neben der Herausforderung, das man „Leben“ nennt, ist Sport ein wichtiger Teil um in Gleichgewicht zu bleiben. Auch sich in Form zu halten, ist mir sehr wichtig. Es ist ein gutes Gefühl, auf sich zu achten und sich zu bewegen. Ich danke Gott, dass er mir die Liebe, Kraft und Leidenschaft für so viel Schönes in meinem Leben gegeben hat und somit auch die Begegnung mit meinem Mann und all den vielen tollen Menschen, die ich durch das Laufen kennen lernen durfte!! Somit liebe ich es, mit der „Lauffamilie“ unterwegs zu sein, an Wettkämpfen teilzunehmen und danach einfach Spaß und Freude an diesem schönen Sport, und eine gute Zeit mit der Lauffamilie zu haben.smiley Aber das Wichtigste ist, nie den Spaß und die Freude an diesem tollen Sport zu verlieren!

Hdl: Was machst du, wenn du nicht gerade läufst?

Bernadette: Wichtig ist mir vor allem die Familie! Die Zeit ist oft knapp, deshalb ist es umso wichtiger, die Zeit zu genießen, die man mit der Familie verbringt. Aber auch das Treffen mit Freunden ist ein sehr wichtiger Teil für mich. Abseits vom Laufen verbringen wir, so viel es geht, Zeit in den Bergen. Bei Bergtouren und Klettersteigen, leben wir unsere zweite Leidenschaft in vollen Zügen! Die Magie der Berge, die Kraft, Freude und Demut, die man auf den Gipfeln der Berge verspürt, ist einfach unbeschreiblich!! Biken und Rennradeln gehören auch zu meinen liebsten sportlichen Betätigungen.

Hdl: Welche Rolle spielt bei dir eine gesunde Ernährung und gibt es was auf das du nicht verzichten kannst?

Bernadette: Ich bin kein großer Esser und da ich ohnehin unter Tags keine große Pause habe, war es immer schwierig, mich wirklich ausreichend mit allem zu versorgen. Schwierig auch, weil ich gleich direkt im Anschluss an meine Arbeit mein Training mache. Immer wieder hatte ich dadurch auch mit Mängeln zu kämpfen. Das versuche ich aktuell mit einer guten Ernährungsform zu ändern. Ich versuche derzeit, mich im Arbeitsalltag mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen! Hauptaugenmerk sind Rohe Fette (rohe Eier, Kokosöl, Bananen, Zimt Gemisch) und grünen Smooties, die ich aktuell für mich entdeckt habe! So gelingt es mir immer mehr, wirklich eine gute Versorgung des Körpers zu erzielen.
Abend gibt es meist viel Gemüse, Fisch und hin und wieder Hühnerfleisch. Vor Wettkämpfen und Intervallen, esse ich mehr Kohlenhydrate. Der Grund für mein Umdenken ist sicherlich nicht nur mein Sport, sondern mir ist klar geworden, dass man schlimme Krankheiten mit ausreichender Zellernährung entgegenwirken kann!! Aber auf was ich nicht verzichten kann oder will, ist natürlich Schoki wink Das beschränke ich allerdings aufs Wochenende soweit es geht, aber dann genieße ich es dafür dann umso mehr.wink

Hdl: Noch eine letzte Frage. Wie fühlt sich Bernadette Schuster, wenn sie mal zwei oder drei Tage keinen Sport machen konnte?

Bernadette: …ähh nächste Frage (hahaha) Ich mache beinahe täglich Sport, weil es einfach dazu gehört, ich einen großen Bewegungsdrang habe, und es mein Ausgleich zum oft stressigem Arbeitsalltag ist. Pausetage im Jahr sind leicht gezählt. Es fällt mir somit schwer, nicht zu laufen. Und wenn ich mal einen seltenen Pausetag einlege, dann ist auch der meist ausgefüllt. Ein Tag Pause in der Woche macht sicher Sinn, aber da denk ich mir dann eben, ein bisschen Zeit im Böhmerwald zu verbringen, tut mir einfach gut. Die Zeiten wo ich mehrere Tage keinen Sport wegen Verletzungen oder ähnlichem machen konnte, waren demnach nicht so toll, aber das kennen vermutlich alle Sportler. wink

Hdl: Bernadette, danke für dieses Interview und weiterhin viel Erfolg und Gesundheit.

Bernadette: Ich bedanke mich sehr herzlich für das Interview!

 

Teil 3 (KW 28/2018): Alexander Sellner

Alexander Sellner ist 47 Jahre und wohnt in Aicha vorm Wald in der Nähe von Passau. Alex ist verheiratet, hat eine Tochter und ist Athlet bei der LG Passau.

Helden des Laufsports: Domlaufsieger in Passau, bayrischer Meister in sämtlichen Disziplinen oder auch Platz 7 bei der Berglauf WM! Die Liste deiner Erfolge ist sehr lange, welcher war bisher dein größter?

Alex: Natürlich der DM-Titel mit der Mannschaft auf der 50 km Strecke und dazu noch der Titel in meiner Altersklasse. Ich glaube für jeden Athleten ist es das Ziel irgendwann einmal in seiner Karriere einen Landesmeistertitel zu holen.

Hdl: Du hast viele tolle Bestzeiten. Darunter auch eine Zeit von 03:17h über die 50 Kilometer. Sind die langen Einheiten deine Lieblingsdinger?

Alex: Definitiv..hab das erst sehr spät gemerkt, dass ich auf den langen Kanten am stärksten bin, da spielt der Kopf eine große Rolle und vor allem Durchhaltevermögen und unbedingter Wille.

Hdl: Nächstes Jahr liegt dein Fokus auf die deutsche Meisterschaft im 100-Kilometerlauf in ?(Austragungsort noch offen). Was sind dort deine Ziele?

Alex: Wir,die LG Passau, werden da wieder eine Mannschaft am Start haben, da heißt es in erster Linie durchlaufen und den Mannschaftstitel holen. Mein persönliches Ziel wäre eine Top 3 Platzierung und die WM-Norm im Einzel(7:15). Was dann noch alles dazu kommt wäre natürlich das i Tüpfelchen. Aber wie gesagt da muß alles zusammenspielen und vor allem braucht man sehr viel Glück.

Hdl: Bei der LG Passau sind viele Topleute die in Deutschland und auch international sehr erfolgreich sind. Wie oft trainiert ihr gemeinsam?

Alex: Gemeinsame Trainingseinheiten gibt es eher selten, da wir alle sehr verstreut wohnen. Außer wir trainieren  für einen Marathon, dann treffen wir uns am Wochenende mal bei unserem Trainer Günter Zahn in Schalding und laufen gemeinsam die langen Einheiten. Das ist immer sehr spaßig und vor allem ist das Training sehr intensiv.

Hdl: Deine Frau ist ebenfalls eine sehr erfolgreiche Läuferin. Habt ihr euch beim Laufen kennengelernt?

Alex: lacht.. Ja..das war in Italien(Cesenatico) im Trainingslager, damals liefen wir beide noch für den WSV Otterskirchen.

Hdl: Ein großes Thema bei Hobbyläufern ist immer das Zeitmanagement. Wie bringst du Familie, Arbeit und Laufen in einer Woche unter?

Alex: Mein Tag beginnt um 6:30 mit Frühstück, anschließend fahre ich zur Arbeit (bin Angestellter in der ZF Passau/Kundendienst). Nach acht Stunden Arbeit komme ich um 17:00 Uhr nach Hause, dann ruhe ich mich ein wenig aus und anschließend geht´s ab ins Training. Danach noch ein gemeinsames Abendessen und den Rest des Abends mit der Familie verbringen.

Hdl: Wie schaut in einer intensiven Trainingsphase eine Trainigswoche bei dir aus?

Alex: Wenn ich auf Marathon oder Ultra trainiere komme ich in Spitzenwochen auf  130-180 km bei 7-9 Einheiten. Das sieht dann so aus, dass ich einmal in der Woche einen langen Lauf mache (35-50 km), zwei Tempoeinheiten, der Rest besteht aus lockeren Dauerläufen, Alternativtraining (sehr wichtig) und Stabitraining.

Hdl: Welche sind deine Lieblingseinheiten? Bist du eher der Intervalltyp oder eher der Dauerlauftyp?

Alex: Lange Läufe von 35-40 km mit Endbeschleunigung...da trainierst du beides, Ausdauer und Tempo.

Hdl: Du wohnst im Landkreis Passau (Aicha vorm Wald). Kannst du dort gute Laufstrecken empfehlen?

Alex: Ja, da kenne ich viele.. was ich sehr empfehlen kann ist bei uns in Eging die Seerunde, da kannst du danach noch zum Baden gehen oder eine Schwimmeinheit dranhängen. Oder du läufst zum Aussichtsturm direkt am See (10km/650hm). Oder eben der Radweg von Kalteneck nach Hengersberg (50km).

Hdl: Fast jeder Läufer hatte schon mal mit Verletzungssorgen zu kämpfen. Wie versuchst du diese zu vermeiden?

Alex: So bald was zwickt nicht lange warten sondern gleich handeln. Ich hab mir in den letzten Jahren ein gutes Umfeld von Ärzten,Physios und Heilpraktiker gemacht, da weiß ich sofort wo ich hingehen muss um optimal versorgt zu werden. Wenn dann gar nichts mehr hilft musst du sowieso pausieren oder alternativ trainieren. Aber grundsätzlich ist eine optimale Ernährung, viel Schlaf und Erholung das Wichtigste für einen Sportler.

Hdl: Welche Hobbys außer dem Sport hast du sonst noch?

Alex: Langlaufen, Skirollern, Radfahren, Grillen, Reisen...

Hdl: Vielen Dank und viel Erfolg beim Erreichen deiner Ziele!

Alex: Dankeschön Mario!

 

Teil 2 (KW 27/2018): Karoline Ranftl

Karoline Ranftl ist 49 Jahre und wohnt in Schärding. Die zweifache Mutter ist Restaurantleiterin und verheiratet. Karoline ist eine sehr vielfältige Sportlerin, ob sie Pläne verfolgt oder eher planlos ist verrät sie uns hier im Interview.


Helden des Laufsports: Wo befindet sich deine Lieblingsrunde und wie lange ist diese?

Karoline: Es gibt zwei Lieblingsrunden, die eine ist direkt vor meiner Haustür, Innrunde im Grüntal Schärding variable Länge (5-? Km ). Die andere ist in Wernstein Zweibrückenrunde 13.4 km.

Hdl: Wie oft schnürst du in der Woche die Laufschuhe?

Karoline: Die Laufschuhe schnür ich 2 mal/ Woche. Aber andere Sportschuhe haben auch Schnürsenkel  o. Kletter!

Hdl: Bist du eine Genussläuferin oder machst du auch bei Wettkämpfen mit und sind dir persönliche Bestzeiten wichtig?

Karoline: Am liebsten lauf ich in der Früh zum fit werden. Auch bei Wettbewerben in der Umgebung  mach ich mit. Persönliche Bestzeiten spielen sicher eine Rolle, sonst tät ich bei Bewerben nicht mit. Aber im Vordergrund  steht immer Spass daran haben.

Hdl: Du bist in der Gastronomie tätig und somit viel auf den Beinen und in der Freizeit auch noch sehr aktiv. War das schon immer so?

Karoline: Bewegung war für mich immer schon wichtig, drum raus in die Natur !

Hdl: Bist du in einem Laufverein und läufst du gerne in der Gruppe oder lieber alleine?

Karoline: Ich bin beim Laufverein Union Wernstein , wo am Montag 19.00 Uhr unsere gemeinsames Training ist. Laufen tu ich gern in der Gruppe, aber allein mit guter Musik hat auch seinen Reiz.

Hdl: Hast du für die Zukunft sportliche Ziele, wenn ja welche?

Karoline: Da unser Verein heuer wieder beim MV 8000 dabei ist , muss ich Berglauf trainieren. Das ist mein sportliches Ziel und werde mein Bestes geben.

Hdl: Verfolgst du beim Laufen oder bei sonst einer deiner ausgeübten Sportarten einen Trainingsplan?

Karoline: Ich laufe "planlos" durch die Gegend.  Trainingsplan hatte ich vor meinem Marathon in Linz, das geht ned ohne Plan.

Hdl: Was ist deine Motivation beim Sport? Fällt es dir oft schwer dich aufzuraffen?

Karoline: Meine Motivation sind meine Sportfreunde, egal in welcher Disziplin. Oh ! aufraffen ? Dieses Wort kenn ich nicht. 😊

Hdl: Welche Tipps zur Motivation kannst du denen geben die sich noch etwas schwer tun?

Karoline: Mein Tip ist, geht zu einem Verein wo ihr euch wohlfühlt und Spass habt . Das andere kommt von selbst.

Hdl: Dein Motto dafür?

Karoline: Einfach TUN!

Hdl: Danke Karoline und weiterhin viel Spaß und Gesundheit!

 

Teil 1 (KW 26/2018): Reinhard Buchgeher

Reinhard ist 30 Jahre und wohnt in Marchtrenk. Beruflich ist er Gymnasiallehrer in Wels (OÖ). Reinhard ist leidenschaftlicher Läufer, genauer gesagt Ultraläufer. Vor kurzem wurde der ehemalige Turniertänzer zum zweite Mal österreichischer Meister über die 100 Kilometer-Distanz. In diesem Interview spricht er über sein Training und die bevorstehende WM in Kroatien.



Friedl: Servus Reinhard! Hast du dich nach dem 100er in Wien schon wieder erholt?

Buchgeher: Hallo Mario! Ich fühle mich nach einem langen Lauf relativ schnell erholt, den normalen Trainingsrhythmus kann ich aber erst nach zirka drei Wochen wieder aufnehmen. Obwohl mir nach sehr kurzer Zeit oft wieder schnell nach Trainieren zumute ist, habe ich gelernt Parameter wie Häufigkeit, Intensität und Umfang nach einem intensiven Wettkampf nicht allzu schnell wieder anzuheben.

Friedl: Wie warst du dort mit dem Rennverlauf zufrieden? Ich gehe ja davon aus dass nach einem Titelgewinn ja nicht so viel falsch gelaufen ist.

Buchgeher: Wenn du Staatsmeister wirst, ist an diesem Tag auf jeden Fall alles richtig gelaufen. Wichtig ist für mich aber vor allem, dass ich mich im Rennen an meine eigenen Vorgaben gehalten habe. Mein Ziel war ein kontrolliertes Rennen zu laufen und vor allem in Phasen, in denen ich müde werde, das Tempo zu halten. Da mir das gelungen ist, bin ich mit dem Rennverlauf sehr zufrieden.

Friedl: Wie sehr hast du im Vorfeld der Meisterschaften daran geglaubt den Titel tatsächlich zu holen?

Buchgeher: Ehrlich gesagt habe ich im Vorfeld gar nicht über einen möglichen Titelgewinn nachgedacht. Als ich am Wettkampftag bemerkt habe, dass die aktuell besten 100km-Läufer Österreichs nicht am Start sind, habe ich gewusst, dass sich bei einem problemlosen Lauf mindestens eine Medaille ausgehen kann.

Friedl: 04:44min/km auf 100 Kilometer, eine sensationelle Leistung. Wieviel muss man da in einer intensiven Woche trainieren?

Buchgeher: Das ist insofern eine brandaktuelle Frage, als dass ich mich derzeit selbst wieder sehr genau mit der Trainingssteuerung auseinander setze. In den letzten Jahren habe ich sehr genau an einem Trainingsplan festhalten wollen, was so gut wie gar nicht funktioniert hat. Seit dem heurigen Frühjahr passe ich das Training jede Woche an Aufwand im Arbeitsalltag, körperliches Befinden, Lust und Laune sowie Zeit für mein Privatleben an. Umfangreiche Wochen können zwischen 150 und 200 km aufweisen, intensive Wochen enthalten zum Beispiel zwei Trainingswettkämpfe zwischen 5 und 42 km.

Friedl: Wie sieht so eine Woche dann im Detail aus?

Buchgeher: Eine Woche mit hohem Trainingsumfang beinhaltet zum Großteil langsame Dauerläufe, die die Hälfte der Distanz ausmachen. Etwa ein Achtel absolviere ich im Schwellenbereich oder darüber, der Rest sind flotte Dauer- oder Tempowechselläufe. Ich setze auf sehr viel Abwechslung, das heißt, dass ich üblicherweise an zwei Tagen hintereinander nie im selben Trainingsbereich laufe. Eine intensive Woche mit zwei Trainingswettkämpfen beinhaltet ansonsten eigentlich nur lockere Dauerläufe in einem persönlichen Wohlfühltempo.

Friedl: Nach dem Gewinn der Staatsmeisterschaft in Wien steht in Kürze die WM in Kroatien am Programm. Mit welchen Erwartungen fährst du nach Sveti Martin na Muri?

Buchgeher: Nach 2015 werde ich zum zweiten Mal bei einer WM starten. Damals bin ich nach einer sehr starken ersten Hälfte nach Kilometer 60 ordentlich eingegangen und trotzdem noch deutlich unter 8 Stunden geblieben. Für heuer habe ich mir vorgenommen kontrollierter zu starten - ähnlich wie bei der Staatsmeisterschaft. Ich erwarte mir aber kein sehr schnelles Rennen, da die Strecke kupiert ist und großteils keine Schattenmöglichkeit bietet. Dennoch möchte ich meine persönliche Bestleistung ansteuern. Unser Kader ist so stark wie schon lange nicht, was jedem von uns zusätzliche Motivation bringen könnte.

Friedl: Jetzt zum Thema Ultralauf allgemein. Warum Ultra? Ist Marathon nicht genug?

Buchgeher: (lacht) Mit dieser Frage habe ich gerechnet. Mit 21 Jahren bin ich meinen ersten Marathon gelaufen und habe dabei Spaß am Laufsport gefunden. Zum Ultralauf bin ich eigentlich durch damalige Vereinskollegen gekommen. Nachdem ich ein paar Bewerbe als Zuseher besucht hatte, stand ich 2013 zum ersten Mal über 100 km am Start und dann irgendwie in die sehr familiäre Ultralaufgemeinde in Österreich hineingewachsen. Ich denke, dass Ultralauf eine absolut puristische Disziplin ist, in der du dich sehr intensiv mit dir selbst beschäftigst. In den zahlreichen langen Trainingseinheiten, die ich alleine absolviere, reflektiere ich über meine Erlebnisse aus dem Alltag und kann viele Dinge verarbeiten. Außerdem habe ich gelernt geduldig zu sein. Einen Ultralauf gewinnst du ja auch nicht in der ersten Stunde.


Friedl: Speziell in den Bewerben in welchen du unterwegs bist läuft man meist Runden mit 2 bis 10 km und das stundenlang. Was fasziniert dich am Rundenlaufen?

Buchgeher: Rundenlaufen ist eine große mentale Herausforderung, alleine schon weil es Überwindung kostet sehr oft auf dieselbe Runde zu gehen, auf der du immer wieder dieselben Dinge siehst. Aber du bist deinen Konkurrenten sehr nah und hast immer die Möglichkeit deinen eigenen Verpflegungsstand zu nutzen. Das taugt mir richtig. Und irgendwie fühlt man sich wie ein Rennfahrer, nur mit weniger PS...


Friedl: Mit deinen 30 Jahren bist du in der Szene einer der Jüngeren, würde es dich nicht reizen mal einen Marathon so schnell wie möglich zu laufen? Ein Training das viel auf Ausdauer ausgelegt ist und wo man viele lange Läufe machen muss fördert vermutlich nicht den Speed?

Buchgeher: Es reizt mich tatsächlich jedes Jahr aufs Neue auf einen schnellen Marathon zu trainieren. Irgendwie wird’s dann jedes Mal wieder nichts. Derzeit fühle ich mich beim 100er einfach am wohlsten, weil er vielleicht die Disziplin ist, bei der ich meine Stärken am besten ausspielen kann.

Friedl: Weltweit laufen die Menschen heute sehr viel, Ultraläufe machen natürlich verhältnismäßig nur Wenige. Wie kannst du den Läufer/innen Ultra schmackhaft machen?

Buchgeher: Ich denke, dass Ultralaufen sehr viel positive Auswirkungen auf das Berufs- und Privatleben haben kann. Man lernt seinen Körper besser kennen und kann zum Beispiel sehr viel genauer einschätzen, nach welchen (gesunden) Nahrungsmitteln der Körper dann automatisch verlangt. Man erkennt viel genauer, was einem gut tut. Neben dem Lernen von Dankbarkeit für die kleinen Dinge des Alltags und Geduld schließt man auch sehr viele neue Freundschaften.

Friedl: Und was sagt du denen die sagen: „alles Spinner“ oder „die ruinieren ja nur ihren Körper“?

Buchgeher: Eigentlich sage ich immer, dass es darauf ankommt, wie man sich auf eine so große Belastung vorbereitet und wie man nach dem Wettkampf weitermacht. Ein gezielter Trainingsaufbau, die langsame Gewöhnung an große Distanzen und vorbeugende Untersuchungen von Arzt sowie regelmäßige Checks in der Physiotherapie sind meiner Meinung nach unerlässlich. Und wenn du dem Körper nach dem Wettkampf ausreichend Zeit zur Erholung gibst, glaube ich nicht, dass es einen ruiniert.

Friedl: Hattest du schon mal gröbere Verletzungsprobleme?

Buchgeher: Wenn du Sehnenentzündungen als grob bezeichnen willst. (grinst) Länger als drei Wochen musste ich mit dem Laufen nie pausieren.

Friedl: Was sind deine großen Ziele in den nächsten Jahren?

Buchgeher: Die großen Ziele betreffen eigentlich mein Privatleben. Als Hobbysportler schaue ich im Laufsport immer auf das, was sich jedes Jahr an Möglichkeiten ergibt. Sehr langfristige Ziele gibt es sportlich gesehen nicht.

Friedl: Anderes Thema - Bewegung allgemein. Du bist Lehrer und hast somit viel mit Kindern/Jugendlichen zu tun. Stimmt es dass die Jugend von heute, im Gegensatz zu früher, fauler ist und sich immer weniger bewegt?

Buchgeher: Das kann ich an dieser Stelle nicht beurteilen. In der Schule unterrichte ich Mathematik und Physik und habe mit sportlichen Aktivitäten sehr selten zu tun. Aber ich bin Klassenvorstand einer dritten Klasse Gymnasium und scheine die Kinder mit meiner Begeisterung irgendwie angesteckt zu haben. Heuer fahren wir zum dritten Mal hintereinander zu einem mehrstündigen Staffelbewerb.

Friedl: Warst du als Kind viel in Bewegung und wann hat dich die Laufleidenschaft gepackt?

Buchgeher: Die Begeisterung für Sport war bei mir schon immer vorhanden, sowohl aktiv als auch im Mitfiebern bei großen Events. Als Kind und Jugendlicher habe ich sehr viel getanzt, bin sehr oft auf der Bühne gestanden. Irgendwann wollte ich dann eine Sportart ausüben, bei der ich zeitliche Planung, Training und Termine selbst organisieren konnte. Das ganze Paket selbst in der Hand zu haben, gefällt mir am Laufsport sehr.


Friedl: Berufsleben und Ultralaufen. Kann man da gegenseitig was lernen?

Buchgeher: Ja, es gibt sehr viel Parallelen. Für mich stehen Körperbewusstsein, Geduld und konsequentes Arbeiten an sich selbst im Fokus. Aber ich denke, dass du offen sein musst dafür, die Parallelen zu erkennen.

Friedl: Als abschließende Frage noch die Wichtigste! Wer sind bei der Ausübung deines „Hobbys“ deine größten Unterstützer oder bist du ein Einzelkämpfer?

Buchgeher: Generell sehe ich mich schon als Einzelkämpfer. Ohne dass mich Familie und Freunde im Alltag unterstützen, meine Trainingsumfänge akzeptieren und manchmal auch mit mir mitfiebern, könnte ich meinen Sport bei weitem nicht mit so viel Lockerheit ausüben.

Friedl: Danke Reinhard für das Interview und viel Erfolg in Kroatien.

Buchgeher: Vielen Dank Mario!